Was treibt eigentlich der Andreas grade?

Nach dem er sich im August 2016 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, hörte man fast gar nichts mehr von ihm. Er kam zur Ruhe, hatte Zeit zu Träumen, zu Entwickeln, zu verwerfen und neu zu denken – herausgekommen ist die „naturstiftung tamaris“ und

„Das Tiki-Projekt“

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Ein Katamaran sollte es sein – ein Schiff, das auch bei Wellengang noch ruhig im Wasser liegt und als sehr sicher gilt. Schon lange träumte Andreas Ratz von so einem Boot – einem Boot, um mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen kleinere Fahrten zu machen.  Und hier  Ein halbes hundert Argumente für einen Katamaran

Andreas Ratz. (geb. Wlazik), Jahrgang `62 – durch die eigene Mutter vernachlässigt und aufs Schwerste geprügelt, war das perfekte Opfer für den pädophilen Lehrer und Serientäter Erich Buß.

Siehe auch Mein Name ist Andreas Ratz

Nachdem Andreas seine zweijährige Traumatherapie erfolgreich beendet hatte, gründete er im März 2015 die Selbsthilfeorganisation das-schweigen-brechen.org, die sich hauptsächlich mit der gesellschaftlichen und politischen Aufarbeitung und der Online-Selbsthilfearbeit im Erwachsenenbereich beschäftigt. Als Grundlage für diese Arbeit, orientierte er sich stets an dem betroffenenkontrollierten Ansatz, wie er unter anderem von Tauwetter Berlin erarbeitet wurde.

Siehe auch Linkliste: Der betroffenenkontrollierter Ansatz!

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Ein Traum

Im August 2016 zog sich Andreas Ratz aus der aktiven Arbeit bei das-schweigen-brechen.org zurück. Er selbst schreibt, dass es Zeit ist „zunächst mal die Projekte anzugehen, die seit Langem liegen geblieben sind.“ […] „…aber auch neue Dinge beginne ich gerade, und so werden auf der anderen Seite gerade Träume, die ich 25 Jahre hatte, wahr.“ Was für ein Traum, traumatisierten Kindern und Jugendlichen positive Erlebnisse und (Selbst-)Sicherheit zu schenken! Nach langem Hin und Her wurde Andreas im Februar 2017 mit Grundsicherung frühverrentet. Um seinen Traum zu leben, kaufte er für einen Euro sein erstes Segelboot. Im Februar 2017 wurde ihm vom Land Hessen wegen der (auch) an ihm durch Erich Buß begangenen Verbrechen ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 € ausgezahlt. Mit diesem Geld gründete er im April 2017 die „naturstiftung tamaris“

Nachdem das 1 € – Boot ausgeschlachtet war, kaufte die naturstiftung tamaris mit den von Andreas Ratz gestifteten 10.000 € einen Katamaran, der bereits zwei Weltumsegelungen hinter sich hat, für 12.000 €. Möglich wurde dies dadurch, dass der Verkäufer von Andreas Idee derart begeistert war, dass er mit dem Kauf 8.000 € spendete. Bereits bei der ersten Etappe, der Überführung von Bremen in den Naturhafen Rieth im Stettiner Haff, die neben seinem ältesten Sohn auch ein Heranwachsender mit psychischer Vorerkrankung begleitete, zeigte sich, dass Andreas Konzept funktioniert. Nach der Rückkehr meinte der junge Mann: „Diese Überführungsfahrt werde ich in meinen Lebenslauf aufnehmen, wenn ich mich nach der Heimkehr anfange zu bewerben.

Glück im Unglück

Die letzte Etappe bestritt Skipper Andreas Ratz mit seinen beiden Söhnen und seinem Hund. Nachdem man bei Greifswald einen zweitägigen Zwischenstopp eingelegt hatte, wollte man, da die Vorhersage optimales Wetter verkündete, noch ein kleines Stück fahren. Durch den Greifswalder Bodden sollte es noch in den in die Peene gehen, um dann beim Angeln den letzten Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Am Horizont zeigte sich, trotz Vorhersage, ein kleines Gewitter, weshalb man den Blitzableiter ins Wasser ließ. Plötzlich wurde es absolut windstill: Die Ruhe vor dem Sturm!

Andreas warf gerade einen kurzen prüfenden Blick über den Horizont, da riss es auch schon den Katamaran herum. Der Sturm hob einen der beiden Rümpfe aus dem Wasser, das Boot überschlug sich und lag über Kopf in der Ostsee. Zwölf Stunden, die ganze Nacht hindurch, kämpften die vier bei 14°C Wassertemperatur ums Überleben, bevor ein Segler sie am nächsten Morgen entdeckte und die DGzRS verständigte.

Siehe auch Schiffbrüchige harren zwölf Stunden lang auf gekentertem Boot in der Ostsee aus

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Pech im Glück

Der finanzielle Schaden beläuft sich nach vorsichtiger Schätzung auf ca. 10.000 €. Da wären zum Beispiel: Der Laptop mit der Navigationssoftware, die Drohne (nebst iPad zur Steuerung) um in Kanälen und engen Flüssen die Strecke auszukundschaften, Funk, Echolot, Karten, GPS-Bootsantenne, Windmessanlage, Batteriebank, zwei Hilfsmotoren, Stromgenerator, Wasserpumpen für Küche und Bad, Taue, Segel, Bohrmaschine, Akkuschrauber und die Schäden am Boot selbst…

Ein ganz besonderer Posten sind die Bergungskosten in Höhe von 1.843 Euro. Andreas Ratz hatte das große Pech (wenn man das nach all dem Glück so nennen darf), nach der erfolgten Seenotrettung in den Hafen einer Marina in Kröslin zu kommen. Während er dort von einfachen Menschen mitfühlende Unterstützung erfährt, versuchen andere, sein Unglück für sich auszuschlachten. Ein Berufstaucher, der seinen Wantenschneider (zum Durchtrennen der Stahlseile) nicht mit einer Leine sicherte und ihn deshalb im Schlick verlor, berechnet für diesen über die Marina 211 €. Der marinaeigene Kran, der das Boot aus dem Wasser holte, setzte es zunächst an Ort und Stelle wieder ab, um es am nächsten Morgen wenige Meter weiter zu transportieren – ein Vorgang, der ganz offensichtlich nur unterbrochen wurde, damit die Marina für die „Übernachtung im Kran“ (das Boot stand über Nacht unter dem Kran) 175 € berechnen konnte.

Für einen zusätzlich notwendigen Fremdkran gab es einen mündlichen Kostenvoranschlag über 70 €/Std. Am Ende wurden über die Marina (ohne Rücksprache wegen der ja doch erheblichen Mehrkosten) für 2 Stunden (hiervon eine Stunde An- und Abfahrt) 595 € berechnet.

Aufgeben kommt nicht in Frage

Fraglich ist allerdings derzeit, wann die ersten Fahrten mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen gemacht werden können. Die Vereinskasse ist leer, der Katamaran aktuell nicht seetauglich. So wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger ohne lange zu fragen, Besatzung und Boot rettete, so brauchen wir jetzt Menschen, die das Tiki-Projekt aus der „Seenot“ retten – Menschen, die bereit sind, den finanziellen Schaden mit aufzufangen. Wer dabei helfen möchte, dass das Projekt trotz Sturm und Seenot noch auf die Beine kommt und traumatisierten Kindern und Jugendlichen heilende Erfahrung sein kann, ist herzlich eingeladen, auf folgendes Konto zu spenden:

Sparkasse Uckermark

Naturstiftung Tamaris

IBAN DE19 1705 6060 0101 0174 80

Verwendungszweck TIKI

Die Gemeinnützigkeit ist beantragt.

Bei Angabe der Adresse im Verwendungszweck werden natürlich Spendenquitttungen ausgestellt, sowie die Gemeinnützigkeit vorliegt.

Mit freundlichem Gruß und liebem Dank an die Spender

Chr. Kolja(r) Wlazik

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Ein Kommentar zu Was treibt eigentlich der Andreas grade?

  1. schweigensite sagt:

    Spendenstand am 04.07.2017 – 1230,- €

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