18 – Wieder in der Reha

Montag 26.02.18

Und plötzlich geht alles unglaublich schnell. Schon damals, im August 2015, habe ich binnen weniger Tage einen Platz in der Klinik bekommen. Dieses mal warte ich seit Mai 2017. Aber so ganz stimmt das nicht, ich war Monate untätig, in Depressionen gefangen. Als ich damals meiner Therapeutin sagte, dass ich über einen erneuten Klinikaufenthalt nachdenke, hat sie die Behandlung abgebrochen. Echt klasse, vor wenigen Wochen Re-traumatisiert, stand ich plötzlich ohne Therapeutin da.

Vor wenigen Tagen kam die Bewilligung der Rentenversicherung. Heute Morgen habe ich dann der Klinik eine Mail geschrieben, dass es bei mir eilt, weil ich die Hoffnung habe, im Sommer mit einer Umschulung anfangen zu können. Na ja, der Antrag muss erst noch gestellt werden und Voraussetzung ist die medizinische Reha.

10 Minuten später hatte ich die Antwort, dass ich noch diese Woche kommen könnte. Mein Bruder sagte einmal, das sich jeder seine eigene Realität schafft, und es nur die Frage ist, wessen Realität stärker ist. Ich würde diese Regel nicht verallgemeinern wollen, doch in meinem Fall ist das wohl so.

Mittwoch 28.02.18

Anreise, der Zug war zu voll und mein Plan während der Fahrt zu Frühstücken hat nicht wirklich hingehauen. Das “Essen“ hier in der Klinik ist immer noch so mies, wie es damals, vor mehr als 2 Jahren war.

Ich bin ziemlich gestresst. Es gibt eigentlich gar keinen Grund dafür, aber ich habe heute schon mehrfach an meinem Lavendel geschnüffelt, um mich ein wenig zu beruhigen. Meine Kiefermuskulatur ist total verspannt. Ich hoffe sehr dass ich Myoreflekstherapie bekomme, und daran etwas arbeiten kann.

Donnerstag 01.03.18

Morgens und Abends gibt es hier immer 30 min Sport. Mit 15 Menschen in einer Halle – ich weiß nicht warum, aber ich kann das nicht. Es ist für mich Stress! Ich habe mit der Sporttherapeuten eine Vereinbarung, dass ich in der Zeit Laufe und meditiere. Ich drehe also Morgens um 7 Uhr, bei 6° Minus meine Runden und chante. Eigentlich sollte der Kopf frei sein so das man nur noch den heiligen Namen in sich hat, aber ich chante auf der niedrigsten Stufe abe chanten ist niemals vertane die Zeit.

Die Gruppe hier im Haus hat sich noch nicht gefunden. Hier war in letzter Zeit wohl viel Unruhe im Haus. Mein Augenblicklicher Eindruck ist der, das sich die Gruppe in der Konstellation auch nicht finden wird. Aber dieser Eindruck kann auch täuschen.

In mir wachsen grade mal wieder Entscheidungen. Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen mehr schreiben können.

Kaum das ich hier angekommen bin, habe ich wieder mit heftigen Flashbacks zu kämpfen. Ich glaube das hat mit dem sicheren Umfeld zu tun. Heute hatte ich Akupunktur und es ist für mich noch immer eins der effektivsten Entspannungsmöglichkeiten.

Freitag 02.03.18

Mir geht noch immer viel im Kopf herum. Aber das täglich schreiben tut mir gut.

Quasi mit meiner Ankunft vor zwei Tagen, nutze ich das sichere Umfeld. Ich profitiere ungeheuer durch meine Erfahrungen von vor 2,5 Jahren. Damals war ich 4 Wochen auf der Akutstation im Nachbarhaus, als Zwischenspiel 3 Wochen alleine, bei absoluter Ruhe Zuhause, um dann hier 10 Wochen stationäre Reha anzuschließen.

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