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Die Seele schreit, ihr Mund bleibt stumm. Kalt legt sich die Nacht auf sie, die Decke und ihre Kuscheltiere sind die Zeugen ihrer Angst und ihres Schmerz. Schutz und Geborgenheit kennt sie nicht.

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Lautlos laufen die Tränen in ihr Kissen, ihre Angst lähmt sie. Sie träumt sich weg ohne zu schlafen, denkt an das Schöne das sie nicht kennt. Sie lauscht in die Nacht, der Atem stockt sie hört seine Schritte, wird überwältigt vom Schmerz, lautlos laufen immer mehr Tränen über ihr Gesicht. Die Seele bricht, ihr Herz blutet. Verzweiflung ummantelt sie und unendliche Trauer.

Die Einsamkeit macht sie traurig, doch sehnt sie sich nach ihr. Wie soll sie Atmen wenn sie solche Last bedrückt, wie soll sie lachen wenn der Schmerz sie überwältigt, wie soll sie lieben wenn dadurch solche Qualen entstehen, wie soll sie aufrecht durchs Leben gehen wenn ihr Rücken gebrochen ist.

Ihr lachen ist nur echt wenn sie draußen ist, am liebsten im Wald wo sie alleine ist. Sie wühlt in den Blättern, rennt durch Bäche und ist unbeschwert und spürt ein kleines Stück vom Glück. Sie träumt sich weg, hört die Wellen am Meer, schmeckt das Salz in der Luft, spürt den Wind in den Haaren und lässt sich Flügel wachsen. Sie schwebt über allem und ist in ihren Träumen glücklich und frei.

Die helle Wohnung scheint düster und trist. Die Mama lächelt aber sie sieht es nicht. Papa kommt gleich die Angst kehrt mit ihm zurück, die lauscht und wartet auf seinen Schritt. Wie soll sie sich verhalten, egal was sie macht es ist falsch. Ist sie leise soll sie sprechen, spricht sie ist sie frech.

Leise lächeln nicht auffallen und hoffen, dass er sie nicht bemerkt. Ihr Herz zerreißt, die Seele schreit.

35544400_456676168088353_6899481240055840768_nIhr Lachen wird echt wenn sie sich geborgen fühlt, wenn die Sicherheit sie bei den Großeltern umschließt. Sie lebt dort ihren Traum den sie zu Hause träumt, zieht Kraft aus jeder Sekunde, ist Kind und vergisst den Alptraum daheim.

Die Schuld liegt bei ihr, da ist sie sich sicher. Sie bestraft sich selbst und will sich bessern. So klein, so zerrissen und doch so stark steht sie wieder auf jeden Tag.

Die Wunden heilen, lassen Narben zurück. Ein Leben lang wird sie kämpfen um ein klein wenig Glück

© Silvi Alexandra Wolff

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