Feuer im Wald

Viel zu lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Das hatte sehr viele Gründe, der Hauptgrund war allerdings eine Schreibblockade.

In den letzten 2 Jahren habe ich ein mich erfüllendes Hobby gefunden: Outdoor und Survival im Wald. Neben dem Bau von Unterschlüpfen für die Nacht ist Feuermachen natürlich ein Thema mit dem sich die Outdoor Szene ständig beschäftigt. Hier ein paar Gedanken dazu…

Wir alle machen gerne Feuer! Gibt es denn etwas schöneres als abends am Feuer zu sitzen, zu kochen oder einfach nur den Tag ausklingen zu lassen? Aber sind wir uns der Gefahren die so ein Feuer mit sich bringt wirklich bewusst? Zwei Dinge gilt es hier zu beachten: Rauch zu vermeiden, vor allem aber ein Ausbreiten der Flammen aus zu schließen!

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Wir haben selbstverständlich eine Genehmigung, wenn wir ein Feuerchen machen, weil diese von Förstern und Waldbesitzern ja auch großzügig an jeden Hans Franz vergeben werden. Ich will also auf diesen Punkt nicht näher eingehen!

Bis dato ist kein einziger Fall von Wurzelbrand in unseren Breiten bekannt. Wurzeln sind immer auch ein Wasserspeicher, und somit nur schwer entflammbar. Das kann sich aber sehr schnell ändern. Noch so ein trockener Sommer wie der von 2018 und niemand kann mehr die Hand dafür ins Feuer legen, das es nicht doch zu einem Wurzelbrand kommen könnte, der sich dann unterirdisch und unsichtbar fort frisst um dann, von uns unbemerkt einen Waldbrand zu entfachen.

Was sich aber sehr wohl rasch entzünden kann, um von uns unbemerkt mittels eines Schwelbrandes zu einem Waldbrand führt, ist die organische Auflage. 2018 gab es da einen Fall, der Gott sei Dank, rechtzeitig bemerkt, von der Feuerwehr gelöscht wurde.

Ich bin kein Freund vom Lagerfeuer,

das Risiko ist mir einfach zu hoch. Selbst wenn ich alle Vorsichtsmaßnahmen beachte, gibt es da einen Punkt, der noch gar nicht zur Sprache kam: Funkenflug!

Funken entstehen durch Wassereinschlüsse im Holz. Das Wasser verdampft, braucht mehr Raum als es hat und sprengt kleine, glühende Teilchen ab. Die heißen, aufsteigende Luft über dem Feuer trägt die glühenden Partikel hoch in die Luft wo sie meist gefahrlos erkalten.

Um ein Lagerfeuer aber sinnvoll am Leben zu erhalten, braucht es Brennholz von mindestens Armdicke, da man sonst keinen Glutherd zustande bekommt. Wirklich trockenes Holz, von der dicke ist oft aber nur schwer zu finden. Ja, ich finde trockenes Holz um ein Lagerfeuer einen Abend lang zu unterhalten, aber es reicht letztendlich nur ein feuchter Knüppel, der dann zu einem wirklichem Problem werden kann. Mit einem lautem Peng sprengt das kochende Wasser im Holz dann größere Glut Teilchen ab, die uns nicht nur um die Ohren fliegen, sondern auch organische Auflage und trockene Vegetation in Brand setzen können.

Ich bin für mich zu folgenden Lösung gekommen: Die Feuerdose im Erdloch!

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Der große Vorteil der Dose ist, das man Problemlos wirklich trockenes Holz findet, das Funken und Rauchfrei verbrennt. Fingerdickes Brennmaterial reicht vollkommen aus, und da findet sich im näherem Umkreis problemlos wirklich trockenes Holz. Auch die Herstellung der Dose ist idiotensicher!

Alles was man braucht ist eine Konservendose und ein Messer. Wer eine größere Dose haben möchte, der fragt beim nächsten Restaurant nach einer übergroßen Dose. Dann pickst man einfach seitlich Löcher hinein. Im Boden und ein unterer Rand von 5 bis 10 cm dürfen keine Löcher sein, damit Glut und Asche nicht unbemerkt raus fallen können. Ich pikse einfach in einem Abstand von 5 cm in alle Richtungen kleine Löcher in die Dose und das war es schon. Die Löcher sollten aber so klein sein, das zwar Luft rein, Glut aber nicht herausfallen kann.

Das Feuerloch ist auch sehr schnell fertig. Einen Kreis von ca. 1 Meter Durchmesser befreie ich von der organischen Auflage, so das ich dem Mineralboden freigelegt habe. In die Mitte grabe ich ein Loch, das grade so tief ist, das der obere Rand meiner Dose oben eine Ebene mit dem Waldboden bildet. Die Dose sollte im Loch etwa 20 cm rundum Platz haben. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, das die Feuerdose im Erdloch ähnlich wie ein Rauchvergaser brennt.

Dir Vorteile sind für mich offensichtlich: ich muss nicht den halben Wald plündern um trockenes Holz zu finden, der Glutherd, der sich in der Dose bildet ist der Hammer und ein Kamineffekt ist ebenfalls gegeben. Das Feuer brennt nahezu Rauchfrei und die Glut hat absolut keinen Kontakt zum Boden bzw. der Vegetation…

Wer absolut Sicher gehen will, der kann seine Dose im Loch noch auf einen flachen Stein stellen. Ich will es aber mal ausprobieren wie es mit Lehm funktioniert. Lehm kann sehr viel Wasser speichern und so den Boden durch die Verdunstungskälte vor zu starker Erhitzung und Austrocknung schützen. Mit wenig Wasser lässt er sich problemlos feucht halten.

Ach ja, und sollte doch mal etwas Glut daneben fallen, ich habe immer eine Blumenspritze dabei. Tagsüber kann man sich mit dem Sprühnebel ganz wunderbar mit wenig Wasser abkühlen, und am Feuer kann man damit, ähnlich wie mit einer Wasserpistole ganz prima die Glut ausschießen. Mit einer relativ kleinen Menge Wasser (1,5 Liter) lässt sich die Feuerdose im Erdloch problemlos löschen. Einfach Wasser in die Dose kippen, und da es durch die Löcher seitlich heraus läuft, ist der Boden dann so nass, dass man wirklich sicher ist, dass hier nichts versteckt weiter glüht.

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