Die Umbettung

Mein Weg der Heilung – 2. Sept. 2015

Die Frage, wie man geschlafen hat wird hier jeden Morgen gestellt. Viele Traumapatienten schlafen schlecht. Sie schlafen schlecht ein, leiden unter Albträumen und wachen Nachts mehrfach auf. Ich selbst konnte in der Vergangenheit keine Nacht durchschlafen und wachte immer wieder Schweißgebadet auf. Seit drei Tagen ist das jedoch anders. Meine Träume verändern sich. Heute und Morgen möchte ich euch je einen Traum von mir erzählen. Zum Verständnis, Erich Buß heißt der Mann der mich, als ich acht bzw. dreizehn Jahre alt war, vergewaltigte.

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Die Umbettung!
Zwei mir fremde Personen, ein Mann und eine Frau, erzählten mir, dass sie ungefähr wüsten wo Erich Buß begraben wäre. So ganz genau könnte man es nicht sagen, da er anonym beerdigt wurde. Er sei aber abseits der übrigen Anonymen Gräber vergraben worden, da man niemandem zumuten wollte neben ihm zu liegen.
Als wir an dem, etwas außerhalb gelegenen Friedhof ankamen, lag dieser am Rand eines grade neu entstehenden Industriegebietes. Das Gräberfeld mit den anonymen Gräbern war weg und wir standen vor einem Großem Loch. Dort, genau dort wo das Loch im Boden klaffte, dort hatte man ihn verscharrt! Wir sprachen einen herumlungernden Arbeiter an, der uns erzählte, dass man sämtliche, noch auffindbaren Knochen in einem kleinem Grab auf dem Restfriedhof umgebettet hätte und das da jetzt auch ein Grabstein stände. Aber grade hier, da hätte man wohl einen vergessen. Der Pfarrer hätte aber gemeint, das sei egal und auf einen Friedhof würde man immer ein paar Knochen finden, wenn irgendwo herum buddelt. Weiter erzählte der Arbeiter, der leicht angetrunken wirkte, dass das Skelett aber noch komplett gewesen war und das die Schaufel des Baggers mitten durch gegangen ist. Auf meine Frage, was denn mit den Knochen passiert sei, meinte er, man hätte sie mit dem restlichen Aushub zum Unterbau neuen Zufahrtsstraße verwendet. Die Planierraupe hätte sie über hundert Meter weit verteilt und plattgewalzt. Er blickte ein Stück die Straße runter und meinte süffisant: Da. Da donnert grade ein LKW über ihn hinweg!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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