Die Tagebücher

Wenn wir Betroffenen von den Tagebüchern sprechen, dann zählen wir grundsätzlich alle, von dem Massenvergewaltigers Erich Buß verfassten Schriftstücke, Briefe, Dossiers und ähnliches dazu.

Die bisherigen Erfahrungen mit Verwaltung und Politik, zwingen uns Betroffene dazu klare Forderungen zu formulieren:

Alle Betroffenen sollen Zugang zu den Tagebüchern haben!

Darüber hinaus sollen alle, die ein berechtigtes Interesse haben Zugang bekommen. Ein berechtigtes Interesse kann zum Beispiel Forschung oder Präventionsarbeit sein…

Alle Namen sollen durch Pseudonyme ersetzt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass Abkürzungen in den Tagebüchern mit den Pseudonymen übereinstimmen. Als Pseudonym sollen vollständige Namen und kein Abkürzungen verwendet werden. Wir Betroffenen haben Namen und Gesichter und wir lassen uns nie wieder zu schwarzen Balken machen!

Betroffene sollen bei einer Person, die beruflich der Schweigepflicht unterliegt, erfahren können, hinter welchem Pseudonym sie sich verbergen!

Berufs- und Ortsbezeichnungen sollen entsprechend verändert werden. So kann aus dem Sohn eines Rechtsanwaltes ein Sohn eines Arztes werden und aus dem Bau- ein Fabrikarbeiter. Der soziale/familiäre Hintergrund sollte dabei aber unverfälscht bleiben. Diese Regel soll nicht für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst gelten!

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Nach jahrelangem Kampf um Aufklärung, tauchten plötzlich die Tagebücher auf und wurden genutzt um unsere Sache voran zu bringen. Doch viele Betroffene wissen sehr wenig über die Tagebücher, vermuten aber, dass sie vielleicht darin vorkommen.

Der Täter hat über sein ganzes Leben Tagebuch geführt. Viele, aber längst nicht alle Betroffenen kommen darin namentlich vor. Der Täter hat einige der Tagebücher vor vielen Jahren einem Betroffenen zur Aufbewahrung geschickt. Dieser Mann ist der Einzige, der die Rechte an diesen Tagebüchern hat. Ein weiterer Betroffener hat umfangreiche Dokumente geerbt, an denen er die Rechte hat. Beide Rechtehalter haben uns gegenüber schriftlich erklärt, dass die Tagebücher ausschließlich zu drei Zwecken genutzt werden dürfen: Einsicht durch Betroffene, Aufklärung und wissenschaftliche Arbeit im Bereich Prävention. Und dass eine Weitergabe der Tagebücher nicht gestattet ist.

Die wichtigsten Fragen die sich viele Betroffene stellen:
Steht etwas über mich in den Tagebüchern?
Wenn ja, was steht in den Tagebüchern über mich?
Wer hatte bzw. hat Zugang zu den Tagebüchern und weiß was dort über mich steht?

Nach meinem Wissenstand sind das die Rechteinhaber, Kommission (Rechtsanwältin Frau Burgsmüller und Richterin AD Frau Tilmann) und drei Personen, die an der Vorbereitung der Pressearbeit beteiligt waren. An weitere vier Personen, die vielfach in den Tagebüchern genannt werden, wurden diese ohne jedes Unrechtsbewusstsein weitergegeben. Erst später wurde klar, dass das Recht eines Jeden auf Einsicht irgendwie anders gewährleistet werden muss. Der taz wurden Auszüge aus den Tagebüchern zur Verfügung gestellt, da wir der Meinung waren, dass der taz-Artikel wesentlicher Anstoß der Aufarbeitung werden würde. Soweit wir wissen, hatten bzw. haben keinerlei weitere Medien Zugang zu den Tagebücher. Die TAZ hat mittlerweile erklärt, dass sie alle Tagebuch – Dateien gelöscht hat.

Wir bitten alle, die TB – Einsicht hatten, dieses Wissen nicht gegenüber anderen Betroffenen kund zu tun. Viele von uns wollen auf die TB nicht angesprochen werden, das gilt es unbedingt zu respektieren. Weitere öffentliche Diskussion zu TB – Einträgen, außer von Betroffenen explizit gewünscht, dienen aus unserer Sicht nicht der Aufarbeitung, sondern der Sensationslust oder der Rechtfertigung von Mitwissern, für die sie nicht vorgesehen sind.

Es wurde durch die TB – Veröffentlichungen, allen bewusst gemacht, dass der Täter ein Schwerverbrecher war. Dies kann nun niemand mehr abstreiten oder behaupten, er habe von nichts gewusst…

Wenn Du selber Einsicht nehmen willst, weil Du betroffen bist, kannst Du Dich direkt an uns, wir stellen dann den Kontakt zu einem einem Betroffenen her bei dem die Tagebücher eingesehen werden können.

©Andreas Ratz

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