Rückzug

 

Ich (Chr. Kolja(r) Wlazik) habe beschlossen, mich aus der persönlichen, 1 zu 1 Selbsthilfearbeit zurück zu ziehen. diese Arbeit habe ich jetzt ziemlich genau ein Jahr gemacht und es wird Zeit, mich anderen Themen zu widmen. Ich möchte endlich meine Familiengeschichte aufarbeiten, und werde die Öffentlichkeit in der Beitragsreihe „Die letzte Instanz“ daran teilhaben lassen.

Auf meinem Weg der Heilung bin ich große Schritte vorangekommen, und ich sollte mehr Kraft auf die Umsetzung zu verwenden. Ich selbst würde mich nicht als guten Vater bezeichnen. Ich möchte aber ein guter Vater sein, und mir mehr Zeit für meine Kinder nehme. Ich war meiner Frau auch nie ein wirklich guter Partner, ich möchte aber ein guter Partner sein. Ich liebe meine Kinder, ich liebe meine Frau: Es wird Zeit, dass ich endlich diese liebe so lebe, wie sie es verdienen!

Ein Jahr 1 zu 1 Selbsthilfearbeit liegen nun hinter mir und bevor ich mich aus diesem Teil der Selbsthilfe verabschiede, möchte ich kurz Resümee ziehen. Immer habe ich nach besten Wissen und Gewissen, nach den Grundsätzen des Betroffenen kontrollierten Ansatz versucht meine Erfahrungen weiter zu geben. Dies ist mir unterschiedlich gut gelungen. Wobei das Gelingen immer von beiden Seiten abhängt und vor allem etwas mit einer gemeinsamen Wellenlänge zu tun hat. Wenn ich im Nachgang von Fall oder Mensch rede, dann nur um es mir leichter zu machen die Anonymität zu waren.

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In einem Fall haben wir diese Wellenlänge nicht gefunden, aber es ist zumindest ein brauchbarer Beitrag zum Thema Schlaf dabei herausgekommen.

In einem weiteren Fall, der längste und mit großen Abstand intensivste, ist noch gar nicht abzusehen wohin es führt. Ob der Weg aus dem absoluten Chaos in ein geregeltes Leben führt oder die Person zurück ins Chaos abgleitet, liegt nicht in meiner Macht. Selbsthilfe kann nur ratend zur Seite stehen, bestenfalls stützen, gehen muss man seinen Weg immer selbst. Doch immerhin hat diese Person jetzt einen Therapeuten und es sind die Grundlagen für ein geregeltes Leben gelegt.

Einen Menschen durfte ich begleiten, während er eine schwere Hürde nahm. Im Nachgang führte uns die klassische Selbsthilfearbeit rasch auf eine persönliche Ebene, die bald so nah wurde, dass beiderseits Grenzen überschritten wurden, die man nicht hätte überschreiten sollen.Dieser Mensch hat sich entschieden eine Therapie zu beginnen und der erste Termin ist schon recht bald. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen alles gute auf seinem Weg der Heilung und hoffe, dass ihn der Schwung der ersten Schritte noch weit tragen möge…

Der letzte Fall, von dem ich kurz berichten möchte ist mit großem Abstand der schwierigste und mein Anteil ist dabei der geringste. Eigentlich sollte sich dieser Mensch unbedingt in stationäre (besser noch geschlossene) Behandlung begeben. In den Wenigen, kurzen aber unglaublich intensiven Gesprächen habe ich peinlich genau darauf geachtet mich stets an den Grundsätzen des betroffenen kontrollierten Ansatzes zu halten, um nur ja nichts Falsch zu machen. Dieser Mensch hat mir vor kurzem geschrieben, dass er jetzt Medikamente nimmt. Ich hoffe sehr, das er gut eingestellt wird und ein wenig Ruhe findet…

Als Schlusswort bleibt mir noch zu sagen, das man in der Selbsthilfearbeit (egal wie sie aussieht) niemals den Absolutheitsanspruch haben darf. Ich bin der Überzeugung, dass allein der Betroffenen kontrollierte Ansatz, wie er unter anderem von „Tauwetter“ Berlin erarbeitet wurde, mich vor diesem Fehler bewahrt hat. Auch kann ich sagen, ich habe nur weitergegeben, was ich auch empfangen habe. Wann ich mich wieder, in der Selbsthilfearbeit, ganz einem einzelnem Menschen widmen werde, weiß ich nicht, wahrscheinlich wird es sich irgendwann einfach ergeben.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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