Ihr Name ist Schaitan – Hafeman

Ihre Vernehmung aus dem vollständigen Bericht der Kommission

zu finden auf Seite 97 bis 98

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Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass es einigen Damen und Herren lieber wäre, wenn wir euch alle soweit anonymisieren würden, dass ihr euch hinter den Zahlen und Buchstaben verstecken könntet. Auf diese Weise wäre es wahrscheinlich sehr viel einfacher, das eigene totale versagen zu vertuschen.

Wir haben Frau Schaitan-Hafeman diesen Namen als Pseudonym zugebilligt, nachdem sie ihr Betroffenenschädigendes Verhalten eingestellt hat.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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Mutter 3

Die dritte Mutter baten wir – unter anderem auf ausdrücklichen Wunsch ihrer Söhne – zum Gespräch. Sie war dazu trotz anfänglicher Bedenken bereit. Auch dieses Gespräch, in dem die Mutter unter anderem mit den harten Vorwürfen ihrer Söhne, sie sei eine Mittäterin von Erich Buß gewesen, konfrontiert wurde, fand in großer Offenheit statt. In einem bitteren, anklagenden, offenen Brief an seine Mutter wirft ihr ein Sohn vor, sie habe ihn immer wieder gefragt, ob er nicht auch mal zum Buß gehen wolle oder ob er nicht mal wieder zum Buß gehen wolle? Er wirft ihr insbesondere vor, dass sie ihre Kinder verraten habe und schuld daran sei, dass Erich Buß noch mehr als hundert weitere Kinder vergewaltigt hat. „In einem Telefonat mit ihm habe sie zugegeben, sie habe es gewusst, aber habe gedacht, es sei nicht so schlimm.“ Der Sohn zitiert die Mutter wie folgt: „Die Araber und die alten Griechen haben das ja auch gemacht. Aber Spermaschlucken und Analverkehr, das ist ja schon schlimm!“ Er könne seiner Mutter niemals vergeben, da sie keine wirkliche Reue zeige und nur darauf bedacht sei, ihr Gesicht in der Öffentlichkeit zu wahren.
Die Mutter schildert, dass ihre Beziehungen zu allen Söhnen in unterschiedlichen Lebensphasen sehr belastet waren und sind. Sie ist auch belastet durch heftige Auseinandersetzungen, die unter den Brüdern geführt werden. Diese Mutter räumt ein, Erich Buß völlig falsch eingeschätzt zu haben und klare Hinweise auf sexuelle Übergriffe auf ihre Söhne nicht richtig wahrgenommen und eingeschätzt zu haben. Sie räumt ein, dass sie die Hinweise ihrer Kinder hätte wahrnehmen können und zu ihrem Schutz hätte eingreifen können. Erich Buß hat sie als links, engagiert und offen wahrgenommen. Sie dachte damals, dass eine männliche Bezugsperson nach der Trennung von ihrem Ehemann gut für ihre Söhne sei. Erich Buß habe sie zu Hause besucht; sie habe ein gutes Gefühl ihm gegenüber gehabt und sei nie auf die Idee gekommen, dass er die Jungen sexuell missbrauchen könnte. Mit ihrem Lebensgefährten habe es einen Vorfall gegeben. Als dieser betrunken gewesen sei, habe er bei Erich Buß angerufen und diesen aufgefordert, dass er die Finger von den Jungen lassen solle. Dann habe es eine Situation beim Wäscheaufhängen gegeben in einer Zeit, als zwei ihrer Söhne Erich Buß besuchten. Die Nachbarin, eine Gärtnersfrau, sei gekommen und hätte sie gefragt, wo denn die Kinder seien. Sie hätte der Frau geantwortet, der eine Sohn sei beim Erich Buß. Daraufhin habe die Frau T. geantwortet: Man sagt doch, dass der Erich Buß Jungs sexuell missbraucht. Sie habe bei seiner Rückkehr den Sohn damit konfrontiert, woraufhin er puterrot geworden sei und geleugnet habe, dass dies stimme. Sie habe auf jeden Fall diesen Sohn von da an kontrolliert und ihm untersagt, weiter zu Erich Buß zu gehen. Die Mutter bestätigt, dass sie es nach ihrer Grundhaltung schon so empfunden habe, dass es nicht so schlimm sei. Sie wusste aber, dass es so war. Natürlich habe sie überlegt, was man machen könne. Sie habe überlegt, zum Schulrat zu gehen, dachte jedoch, das bringe nichts, solange der Sohn es verleugne. Erst in den letzten zehn Jahren habe sie gemerkt, wie schlimm den Sohn die Geschichte mit Erich Buß beeinträchtigt. Die Mutter wird von der Kommission dann damit konfrontiert, dass einer ihrer Söhne angegeben hat, sie habe Erich Buß gewarnt, als dieser 1987 Strafanzeige gegen Erich Buß wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erstatten wollte. Sie erinnert sich, dass der Sohn ihr gesagt habe, was er vorhat. Sie habe aber keine Erinnerung daran, dass sie Erich Buß vorgewarnt habe. Sie kenne den Brief von Erich Buß, in dem er dies behaupte, seit Januar 2015. Sie grübele darüber nach, erinnere sich aber nicht. Sie wisse, dass es im Zusammenhang mit der Strafanzeigeerstattung zu Bedrohungen ihres Sohnes gekommen ist. Zwei Typen seien mit dem Motorrad gekommen und hätten zu ihm gesagt, er solle den Erich Buß in Ruhe lassen; er habe doch kleine Kinder und ein Gully sei tief. Sie habe dem einen Sohn nach der Mitteilung der Nachbarin vom möglichen sexuellen Missbrauch durch Erich Buß strikt untersagt, diesen weiter zu besuchen. Sie habe ihm vier Wochen noch hinterherspioniert und habe ihn kontrolliert, ob er sich auch an das Verbot hält. Sie sei oft in die Schule, auch zur Schulleiterin E.W. bestellt worden wegen Problemen, die ihre Söhne gemacht hätten. Sie habe jedoch nie über den Kontext „sexueller Missbrauch durch Erich Buß“ mit E.W. gesprochen. Einer ihrer Söhne habe einmal bei Erich Buß angerufen und ihn mit „Du schwule Sau“ betitelt. Als sie davon erfahren habe, habe sie sich bei Erich Buß entschuldigt. An anderer Stelle berichtet die Mutter über ihre Gedanken, nachdem sie von der Nachbarin vom sexuellen Missbrauchsverdacht erfahren hatte. Sie hätte gedacht: Lege dich nicht zu sehr mit ihm an; der eine Sohn ist noch bei ihm in der Klasse. Die Mutter berichtet schließlich, dass sie als Jugendliche in der Familie selbst sexuell missbraucht worden sei. Sie habe dies im Alter von 15 Jahren erduldet, um die Familie zusammenzuhalten. Als sie sich ihrer Mutter anvertraut habe, habe diese das Ganze öffentlich gemacht. Sie selbst habe zur Beichte gehen müssen und sich zu Tode geschämt.
Schlüssel für die Erklärung des Verhaltens dieser Mutter sind ihre Erfahrungen mit eigener sexueller Ausbeutung, die ihr erst seit kurzem bewusst geworden sind. Sie führt aus:
„Als ich erfuhr, dass der sexuelle Missbrauch an meinem Sohn öffentlich werden würde, habe ich mit Panik reagiert. Das muss etwas mit meinem eigenen Trauma zu tun haben. Da liegt auch meine größte Schuld; denn sicher wären andere Kinder verschont geblieben, wenn ich geredet hätte oder Erich Buß nicht gewarnt hätte.“
Abschließend sei auf aktuelle Forschungsergebnisse verwiesen, wonach Mütter, „die belastende Kindheitserfahrungen wie sexuellen Missbrauch erlebten, häufig Schwierigkeiten haben, adäquat auf die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder zu reagieren.

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