Ihr Name ist Helga. H. und nicht E.W.

Das Hessische Kultusministerium hat uns einen lieben Brief geschrieben und uns die Verwendung von Klarnamen untersagt. Da das Urheberrecht in diesem Fall beim Hessische Kultusministerium liegt und wir auf dem Klageweg in diesem Fall keinerlei Aussicht auf Erfolg sehen, beugen wir uns dem Diktat und verzichten auch auf eine richterliche einstweilige Verfügung.

Wer mehr über H. H. Erfahren möchte, hier der Link zu dem Beitrag:

„Ein Brief an meine Schulleiterin Helga Hager“

 

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Ihre Vernehmung aus dem vollständigen Bericht der Kommission

zu finden auf Seite 106 bis 111

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass es einigen Damen und Herren lieber wäre, wenn wir sie alle soweit anonymisieren würden, dass man hinter den Zahlen und Buchstaben die Menschen nicht mehr findet. Auf diese Weise wäre es wahrscheinlich sehr viel einfacher, das eigene totale versagen zu vertuschen.

Anders als man es vielleicht vermuten möchte, geht es mir nicht darum eine arme alte Frau an den Pranger zu stellen. Es geht nicht um Rache oder Hass, die haben wir, schon lange nicht mehr, denn. Hass kostet uns einfach zu viel Kraft

Aber die halbe Welt schaut nur zu gern auf die Täter und geilt sich, wie in einem schlechten Horrorfilm an ihren Verbrechen auf. Zunehmend mehr Menschen sind zwar gewillt sich mit den Opfern zu beschäftigen, nur aus der Opferrolle entlassen will man uns Betroffene nun doch wieder nicht, würde dass doch bedeuten, dass man uns zuhören müsste. Es geht um das System, das den Missbrauch von Kindern erst möglich macht. Wenn wir nicht endlich mit dem vertuschen aufhören, dann wird es nie aufhören. Denn eins ist sicher:

Wo es einen Täter gibt, da gibt es auch ein Opfer und wo es einen Täter und ein Opfer gibt, da gibt es immer auch jemanden der weggesehen hat!

Heide Hamann (Mutter 3)

sie ist die Mutter von

Andreas Ratz (Betroffener 3 H.I.)

und

Chr. Kolja(r) Wlazik (Betroffener 5 L.M.)

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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E.W. (Rektorin) 2 Das Gespräch fand bei der Zeitzeugin E.W. zu Hause statt. Sie wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Sie war Rektorin der Elly-Heuss-Knapp-Schule in der Zeit von 1974 bis 1995.

Am ersten Tag nach ihrem Dienstantritt habe sie von dem damaligen Leiter des Schulamtes, Herrn H.O., der inzwischen verstorben ist, gehört, dass der Lehrer Erich Buß bei einer privaten Reise in den Tessin verhaftet und einige Tage inhaftiert worden sei wegen Diebstahls. Sie habe Näheres wissen wollen. H.O. habe ihr gesagt, er habe mit Buß gesprochen. Es sei alles in Ordnung. Sie brauche sich um nichts mehr zu kümmern. Da die Dienstaufsicht über die Lehrer beim Schulamt lag und sie in Personalsachen außerhalb des unmittelbaren Schulbetriebs nichts zu sagen gehabt habe, habe sie es dabei belassen. Was H.O. in die Personalakte von Buß, die ja ebenfalls vom Schulamt geführt wurde, geschrieben habe, wisse sie nicht. Auch andere Lehrer, mit denen sie gesprochen habe, hätten gesagt, es sei alles in Ordnung.

E.W. sagt, es hätte sie schon gewundert, dass ein Lehrer auf seiner Urlaubsreise verhaftet und inhaftiert wird. Sie habe H.O. auch noch einmal gefragt und hätte gerne auch etwas schriftlich gehabt. H.O. habe aber gemeint, es sei jetzt erledigt. H.O. sei mit dem Vater von Erich Buß, der auch Lehrer oder sogar Rektor in Darmstadt gewesen sei, befreundet gewesen. … Buß sei immer alleine gewesen. Er habe keine Frauenbekanntschaften gehabt. Er sei immer „bedeckt“ herumgelaufen, sei nie offen gewesen. … Er habe sich Leute eingeladen, wenn er etwas erreichen wollte. Sie sei nie bei ihm eingeladen gewesen. Sie hätten sich nicht leiden können. Er sei ihr nicht sympathisch gewesen. Sie könne aber nicht so recht festmachen, woran das gelegen habe. Er habe immer „hintenrum geschossen“.

Damals sei Herr J.J. Konrektor gewesen. Er habe nicht viel gesagt. Er habe sich auch keine Gedanken gemacht über Buß, obwohl dessen Verhalten irgendwie merkwürdig gewesen sei. Mit ihr zusammen seien einige Junglehrer und -lehrerinnen an die Schule gekommen. Man habe sich gut verstanden. Bei einem geselligen Zusammensein (Kegeln) sei über Buß gesprochen worden. Man habe überlegt, was mit Buß eigentlich los sei. „Ich will es mal versuchen rauszubekommen“, habe ein Lehrer gesagt. Der habe dann mit Buß gesprochen und ihn von da an „sehr toll“ gefunden. Ihr gegenüber sei er danach wie eine undurchdringliche Wand gewesen. … E.W. erzählt, dass sie sich viele Gedanken um Buß gemacht habe, weil er „anders“ gewesen sei. Das Kollegium habe aus 20 Lehrerinnen bestanden. Nur drei davon seien Männer gewesen, obwohl es doch wichtig gewesen sei, dass die Schüler in der Grundschule nicht nur von Frauen unterrichtet werden. „Ein toller Lehrer war er nicht“, sagt sie. In der Konferenzen habe er keine wesentlichen Sachbeiträge geleistet, sondern durch legere Bemerkungen gestört. „Er war nicht mein Typ“, sagt sie. … Sie habe überlegt, ob er so sei, wie er ist, weil er als Jahrgang 1928 viel im Krieg erlebt habe. Es sei kaum einer übrig geblieben von dieser Generation, die es insgesamt besonders schwer gehabt habe. Sie habe sich gefragt, was er wohl alles habe verkraften müssen in jungen Jahren. Vielleicht hätten seine merkwürdige Art und seine Frechheiten da ihre Ursache.

Einmal sei die Mutter (3) eines Schülers zu einem Elterngespräch gekommen. Es habe viele Gespräche mit Eltern gegeben. Mutter 3 hatte einen Brief geschrieben, an dessen Inhalt sich E.W. nicht erinnert. Da bei allen Elterngesprächen der Lehrer, über den sich beschwert wurde, regelmäßig dazu gebeten wurde, hat sie Herrn Buß dazu geholt. Als sie kurz draußen war, hat Buß den Brief an sich genommen. Sie kam dazu und hat ihn aufgefordert, den Brief sofort zurückzugeben. Das habe er auch getan. Von sexuellen Übergriffen sei nicht die Rede gewesen. Auf Frage, ob es einen schriftlichen Vermerk über dieses Gespräch gibt, sagt E.W., es sei unmöglich gewesen, all diese Gespräche zu dokumentieren. Sie habe keine Sekretärin gehabt, man habe alles alleine machen müssen.

Daran, dass Schüler bei ihr waren und von sexuellen Übergriffen durch Buß gesprochen haben, konnte sie sich nicht erinnern. Einmal – sie wisse nicht mehr genau, wann das gewesen sei – habe ihr eine inzwischen verstorbene Kollegin, T.T., die sehr guten Kontakt zu Erich Buß gehabt habe, erzählt, dass Buß ihr berichtet habe, dass er beim Sportunterricht Spaß daran hätte, dass sich die Jungens dort auszögen. Ihr sei das sehr merkwürdig vorgekommen. Die Kollegin habe gesagt: „Vergiss das wieder!“ Man habe damals alles alleine machen müssen. Der Schulamtsleiter H.O. sei damals in Frührente gewesen. Sie habe deshalb vom Schulamt keine Unterstützung gehabt.

1994 oder 1995 sei ein Sohn von Mutter 3 zu ihr gekommen und habe ihr von sexuellen Übergriffen durch Erich Buß auf ihn und andere Schüler berichtet. H.I. sei damals schon lange aus der Schule rausgewesen. Sie habe sofort beim Schulamt bei der zuständigen Juristin – C.I. – angerufen. Sie habe ja selbst nichts entscheiden können. Dafür sei allein das Schulamt zuständig gewesen. C.I. habe ihr erklärt, dass man gar nichts tun könne. Es müsse die Polizei oder die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden. Dazu bedürfe es einer Aussage des Herrn H.I. Darum habe sie – E.W. – ihn gebeten.

Sie mache sich sehr viele Gedanken darüber, ob sie etwas hätte verhindern können und auch über das Leiden der Betroffenen. Sie bedauere zutiefst, was ihnen angetan worden sei. Sie habe das Gefühl, Buß sei nicht mit dem Leben zurechtgekommen und habe dies auf diese zerstörerische Weise auch weitergeben wollen. Die jungen Lehrerinnen seien begeistert von ihm gewesen. Die haben ihr gegenüber dann auch völlig abgeblockt. Er habe die gute Zusammenarbeit an der Schule sehr gestört. Sie ist der Meinung, dass Buß die Harmonie an der Schule gestört hat. Sie – E.W. – habe Buß und sein Verhalten sehr belastet. Immer auf Störungen bedacht. Er sei viel mit dem Motorrad unterwegs gewesen und habe auch Schüler mitgenommen. Das habe sie ihm untersagt. Buß habe immer provoziert, habe sie immer abgelehnt und nie Vertrauen zu ihr gehabt. Sie habe sehr gehofft, dass nach seiner Pensionierung alles wieder besser werde an der Elly-HeussKnapp-Schule.

Fortsetzung 2. Gespräch52 mit E.W.:

E.W. berichtete noch einmal davon, dass es um Erich Buß einen Kreis von jungen begeisterten Kolleginnen gegeben habe, die auch dafür gesorgt hätten, dass ein Weg auf dem Schulgelände nach Erich Buß benannt worden sei. … Sie kommt noch einmal zurück auf die Situation bei ihrem Dienstbeginn 1973, als Buß in der Schweiz inhaftiert war und zum Schulbeginn nach den Sommerferien nicht erschienen sei. Sie habe damals gleich zuständigkeitshalber mit Schulrat H.O. gesprochen. Der habe gesagt, es sei alles in Ordnung. Der Vater von Erich Buß sei gut befreundet gewesen mit H.O.. Sie seien beide aus dem Vogelsberg-Kreis gekommen und hätten sich untereinander gestützt. Nach ihrer Auffassung habe H.O. Buß beschützt, ihn als armseliges Opfer gesehen. Buß sei intelligent gewesen, habe ständig unter Druck gestanden vom Vater aus.

1973/74 sollten nach den Vorstellungen des Schulamtes Klassen zusammengelegt werden. Die Eltern seien empört gewesen. Man habe nach Lösungen gesucht. Buß habe sich sehr beteiligt an der Diskussion, habe ihr geschmeichelt. Damals sei noch ein guter Zusammenhalt der Lehrer (zwischen 22 bis 35) gewesen. Sie sei gut geschützt worden von diesen Lehrern. Von Buß hätten viele nicht viel gehalten. Dann sei eine Gruppe von jungen Lehrerinnen und Lehrern an die Schule gekommen. H.O. sei dann nicht mehr dagewesen. Ein Herr H.H. sei ihm als Schulrat nachgefolgt.

Die Elly-Heuss-Knapp-Schule sei immer – auch vom Schulamt – als eine privilegierte Schule angesehen worden, modern, wunderbare Lage im Grünen, elitäre Klientel. Eine solche Schule benötige keine Unterstützung vom Schulamt, habe man dort teilweise gemeint. Es hätte auch keine Probleme mit den Kindern gegeben.

Einmal habe es ein „Geflüster“ gegeben, ob Buß nun schwul sei oder nicht. Man habe das ermitteln wollen. Die Kolleginnen, die das herausbekommen wollten, seien plötzlich völlig umgeschwenkt. Sie seien begeisterte Anhängerinnen von Buß gewesen. Buß habe auch ein sehr gutes Verhältnis zu manchen Eltern gehabt. Man habe sich gegenseitig besucht. Buß sei „links“ gewesen, weil das damals chic gewesen sei. „Summerhill“ sei für Buß ein tolles Vorbild gewesen. „Ich hatte andere Maßstäbe“, sagt E.W.

Mit Buß sei die Situation an der Schule schwierig geworden. Einerseits habe man den Schülern Grenzen setzen wollen, andererseits seien die Schüler von Buß sehr liberal behandelt worden im Unterricht. Buß habe toll Klavier gespielt. Damit habe er die Lehrer und Eltern eingewickelt. Buß habe Kolleginnen zu sich nach Hause eingeladen. Sie – E.W. – sei nie bei ihm eingeladen gewesen. Darüber sei sie aber nicht enttäuscht gewesen.

Eine Lehrerin –11 – sei sehr oft bei Buß zu Besuch gewesen. Es sei viel geredet worden darüber. E.W.s Konrektorin habe Kontakt mit Buß gehabt. Es sei die gleiche Generation gewesen. Deshalb sei man befreundet gewesen. Eine weitere Lehrerin habe mal Andeutungen gemacht, dass Buß Jungen lieber habe als Mädchen. Sie habe dann aber wieder einen Rückzieher gemacht. Sie hat gesagt, wenn sich Eltern beschweren würden, würde sie es mir sagen. Es kam dann aber nichts. … E.W. wirkt an dieser Stelle sehr nachdenklich. Sie sagt: „Heute würde ich anders handeln. Heute würde ich dem nachgehen. Damals war mir das alles völlig fremd.“

Wir halten E.W. die Angaben der Lehrerin 10 vor, die gesagt hat, sie habe E.W. Anfang der 1990er Jahre angesprochen, nachdem ihr die Mutter eines Jungen erzählt habe, ihr Junge dürfe nicht mehr zu Erich Buß nach Hause. Es gäbe Gerüchte, dass da etwas nicht in Ordnung sei, dass Buß übergriffig gegenüber Jungen sei. Sie und E.W. hätten gemeinsam überlegt, was man tun könne. E.W. habe gesagt, sie hätte immer wieder Gerüchte gehört, es habe aber nie Beweise gegeben, deshalb habe man ihn nicht anzeigen können. E.W. sagt entschieden, sie könne sich an ein solches Gespräch mit dieser Lehrerin nicht erinnern. Sie könne sich nur dunkel daran erinnern, dass eine andere Lehrerin (2) einmal zu ihr gesagt hat, mit Buß sei etwas nicht sauber. Das sei aber sehr vage gewesen.

Wir halten E.W. vor, dass Chr. Kolja(r) Wlazik in einem offenen Brief an sie angibt, er sei – es müsse 1977 gewesen sein – bei ihr gewesen, er wisse nicht mehr, was er gesagt habe, aber er höre heute noch ihre Stimme: „Diese Räuberpistole haben mir schon deine Brüder erzählt und jetzt raus hier!“ Vorher sei sein älterer Bruder H.I. bei ihr gewesen, den habe sie lange warten lassen vor der Tür. Er habe ihr gesagt, dass er und andere von Buß vergewaltigt worden seien. Sie habe zu ihm gesagt, dass sie ihn nicht ernstnehmen könne und dass Buß viel für ihn getan habe. Diese Angaben stammen aus einem offenen Brief des Betroffenen Chr. Kolja(r) Wlazik an E.W., der uns vorlag und den wir mit seinem Einverständnis E.W. übergeben sollten.

E.W. ist sowohl über dieses Anliegen als auch über die Angaben von Chr. Kolja(r) Wlazik sehr erregt. Sie sagt, sie werde den Brief heute von uns nicht annehmen, was wir sofort akzeptieren. Sie sagt auch, dass das, was Chr. Kolja(r) Wlazik angebe, nicht stimme, dass es ein solches Gespräch weder mit dem Bruder noch mit L.M. gegeben habe. Sie werde zum Anwalt gehen und sich gegen die Behauptungen wehren, wenn Chr. Kolja(r) Wlazik diesen Brief öffentlich mache. Sie habe sich immer Zeit für Gespräche mit den Schülern genommen und niemanden stundenlang vor der Tür sitzen lassen. Sie habe mit Buß niemals über das Thema sexueller Missbrauch gesprochen.

Wir sprechen noch einmal an, dass auch der betroffene A.B. angibt, 1979 oder 1980 bei ihr vorgesprochen und von den sexuellen Missbrauchstaten des Erich Buß‘ berichtet zu haben. Sie habe darauf nur gesagt, sie könne nichts tun. E.W. gibt, wie schon bei ihrem ersten Interview, an, sie habe damals die Schuljuristin C.I. angerufen. Diese habe gesagt, ohne Anzeige könne man nichts machen. Das habe sie – Frau E.W. – A. B. weitergegeben. Der habe keine Anzeige erstattet.

Wir suchen am Ende des Gesprächs gemeinsam mit E.W. nach einer Lösung. Als eine Möglichkeit erscheint uns, dass E.W. und Chr. Kolja(r) Wlazik zu einem begleiteten und moderierten Gespräch an einem neutralen Ort zusammenkommen und miteinander reden. Alle wollen darüber nachdenken, ob dies eine Möglichkeit ist. (Telefonat) E.W. sagt in einem Telefongespräch, das Gespräch mit uns habe sie sehr beschäftigt. Sie habe noch einige Anmerkungen. Sie sagt, es sei ihr wichtig klarzustellen, dass die jungen Kolleginnen, die sich um Buß geschart hatten, die Lage nicht hätten einschätzen können. Man dürfe ihnen keinen Vorwurf daraus machen. Niemand habe die Lage richtig eingeschätzt damals. … Für sie – E.W. – sei es eine große Belastung, dass die Kinder so gelitten haben. Sie müsse ständig daran denken. Sie finde es schlimm, dass die Kolleginnen und die Schule „jetzt so dastehen“. Sie habe viel nachgedacht. Das, was den Kindern angetan worden sei, gehe ihr unter die Haut. Sie frage sich, woher ihre Aversion gegen Buß gekommen sei, ob das intuitiv gewesen sei, ob er etwas ausgestrahlt habe, was ihre Abneigung hervorgerufen habe, ohne dass sie geahnt habe, was das sei. … E.W. fragt, ob wir schon mit der Mutter 3 gesprochen hätten.

Sie erzählt weiter, wie sie in der Schule angetreten sei mit dem Wunsch, alles perfekt zu machen. Jetzt sei das „ganze Gebäude durcheinander gebracht“. Es werde der Schule vorgeworfen, dass „die mit dem unter einer Decke gestanden hätten“. Ihr sei so viel durch den Kopf gegangen in der letzten Zeit: Sie habe die Schule nicht so geführt, wie sie es eigentlich gewollt hätte. Sie hätten viel zu wenig Personal und Unterstützung gehabt. Es sei nur eine Schreibkraft da gewesen, aber keine richtige Schulsekretärin. Sie meine, dass man den Lehrern und Lehrerinnen von damals keine Vorwürfe machen könne. Sie hätten das alles ja nicht ahnen können. E.W. sagt, sie mache sich ständig Gedanken darüber, wie man den Kindern von damals helfen könne. Sie müssten eine Unterstützung vom Staat bekommen, meint sie. Der Schule selbst könne man keinen Vorwurf machen. Wenn man sehe, wie die Kinder von damals heute noch leiden, sei das furchtbar. Wie könne man da helfen? Sie habe ein starkes Mitempfinden mit den Opfern. E.W. kommt noch einmal auf die Elly-Heuss-Knapp-Schule zurück. Die Elly sei immer ein Vorbild für die Stadt gewesen. Der habe man nichts Gutes tun müssen, habe man gemeint. Elly sei immer als die Schule hingestellt worden, in der es keine Schwierigkeiten gebe. Da gingen nur die „guten“ und problemlosen Kinder hin. Das habe nicht gestimmt. Es seien auch viele schwierige Kinder – auch aus belasteten Familienverhältnissen – hingegangen. Man sei immer auch für diese Kinder dagewesen. Am Schluss des Telefongesprächs sagt E.W.: „Ich selber werde für mich sagen: Ich lass auf die Schule nichts kommen. Die Lehrerinnen und Lehrer waren nicht schuld. Buß hat mich nie zu sich eingeladen. Er wußte, dass ich ziemlich genau hingucke. Er konnte gehässig sein. Wenn etwas war, hat er sofort eingelenkt.“

 

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Ein Kommentar zu Ihr Name ist Helga. H. und nicht E.W.

  1. rachmut sagt:

    http://www.muehltalpost.de/pdfs/2015/06_2015_MuehltalPost.pdf

    Seite 6 – Geburtstage.

    26.6. Helga Hager
    Schleifmühlenweg 1
    80 Jahre

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