Floskeln der Staatsanwaltschaft

Vor ab möchte ich möchte ich auf einige Auffälligkeiten in der zeitlichen Abfolge aufmerksam machen. Anfang Mai 2015 nahm die Kommission zur Aufarbeitung der sexuellen Missbrauchsfälle an der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt ihre Arbeit auf

http://aufarbeitung-missbrauch-ehks-darmstadt.de/die-kommission.php

und zeitgleich findet ein Wechsel an der spitze der Staatsanwaltschaft Darmstadt statt.

http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/wechsel-an-der-spitze-der-staatsanwaltschaft-darmstadt_15440683.htm

Man sagt zwar, dass Kerstin Reckewell die Staatsanwaltschaft Darmstadt wie ihre Westentasche kenne, doch nutzt sie ihr Wissen nicht dazu um etwas Licht in das Dunkel bringen, zumindest muss man zu diesem Ergebnis kommen, wenn man sich etwas näher mit ihr befasst.

Eins kann man der leitenden Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell aber wohl attestieren: sie spricht nicht gerne über die Dinge, die in ihrer Behörde nicht so gut laufen! Verschiedene Medienvertreter haben versucht, einen Gesprächstermin bei ihr zu bekommen… Einer von ihnen war so freundlich mir, mit der Bitte um Stellungnahme, den E Mail verkehr zu überlassen. Ich war entsetzt!

Da ich mir aber selbst einen Eindruck von dem Gebaren der leitenden Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell verschaffen wollte, schrieb ich ihr und bat um einen Gesprächstermin und ich bekam auch eine Antwort. Ihre Antwort aber empfinde ich als Unverschämtheit. Die leitenden Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell hat offensichtlich für Anfragen, die das totale Versagen ihrer Behörde betrifft, vorgefertigte Antworten, die nach dem Baukastensystem einfach neu kombiniert werden.

Die Frage, die ich mir stelle ist, handelt die leitenden Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell aus eigenem Antrieb, oder bekommt sie ihre Anweisung von oben aus dem hessischen Justizministerium oder vielleicht sogar direkt von der hessischen Ministerin der Justiz Eva Kühne-Hörmann? Da die leitenden Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell aber weder bereit ist der Presse noch den Betroffenen ihre berechtigten Fragen zu beantworten, müssen die Fragen eben entsprechend lauter gestellt werden.

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Liebe leitenden Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell,

Sie bitten mich um Verständnis, dass sie mit einer Veröffentlichung ihrer Mail auf unserer Internetseite nicht einverstanden sind: Nein, ich habe kein Verständnis! Von 1973 bis zum heutigen Tag, muss man, wenn man sich den Zusammenhang zwischen Erich Buß und der Staatsanwaltschaft Darmstadt näher betrachtet nicht nur von einem totalen Versagen sprechen, sondern es stellt sich die Frage, ob bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt in der Vergangenheit nicht strafrechtlich relevantes Verhalten zu finden ist.

Und alles was ihnen einfällt, ist Gras über die Sache wachsen lassen? Vertuschen? Steine in den Weg legen?

Ich habe mich also dazu entschlossen, sowohl meine Anfrage wie auch ihre Antwortmail zu veröffentlichen. Und nein, ich habe kein Verständnis und darum hab ich mir die Mühe gemacht, zwei ihrer Antwortmails Satz für Satz gegenüber zu stellen. Sie lesen immer erst ihre Antwort an einen Pressevertreter und anschließend ihr schreiben an mich.

Ich bleibe dabei: Es ist eine Unverschämtheit!

Kerpen 10.10.16

Chr. Koljar Wlazik

Straße

Plz Ort

Mail

Staatsanwaltschaft Darmstadt

z.Hd. leitende Oberstaatsanwältin

64276 Darmstadt

Elly-Heuss-Knapp-Schule

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezugnehmend auf die Zusammenfassung des Berichtes über die Aufarbeitung der sexuellen Missbrauchsfälle an Schülern der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt (1964 – 1992) bitte ich um einen Gesprächstermin mit der Leitenden Oberstaatsanwältin.

Als eines der Opfer des Verbrechers Erich Buß und verantwortlicher der einzigen aktiven Betroffenenvertretung, http://www.das-schweigen-brechen.org/, möchte ich die Frage klären, wieso die Staatsanwaltschaft in den Jahren 1973, 1989, 1997, 2000 derart kläglich versagt hat. Selbstverständlich werde ich im Anschluss an das Gespräch mit der leitenden Oberstaatsanwältin einen entsprechenden Bericht auf unserer Internetseite veröffentlichen.

Ich erwarte umgehend Terminvorschläge,

mit freundlichen Grüßen

© Chr. Kolja(r) Wlazik

 

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Sehr geehrter Herr …

Sehr geehrter Herr Wlazik,

zu den erhobenen Vorwürfen nimmt die Staatsanwaltschaft Darmstadt wie folgt Stellung:

auf Ihre Anfrage muss ich Ihnen leider mitteilen, dass ich für einen Gesprächstermin nicht zur Verfügung stehe.

Hinsichtlich der in dem Bericht gegen die Strafverfolgungsbehörden erhobenen Vorwürfe – die Vorkommnisse und Ermittlungen aus den Jahren 1973-2005 betreffend – können keine zuverlässigen Angaben gemacht werden.

Hinsichtlich der in dem Bericht gegen die Strafverfolgungsbehörden erhobenen Vorwürfe – die Vorkommnisse und Ermittlungen aus den Jahren 1973-2005 betreffend – können keine zuverlässigen Angaben gemacht werden.

Die damaligen Ermittlungen sind wegen des lange zurückliegenden Zeitraums nicht mehr nachzuvollziehen

Die damaligen Ermittlungen sind wegen des lange zurückliegenden Zeitraums nicht mehr nachzuvollziehen.

Wir bedauern, dass aus der Rückschau betrachtet eine strafrechtliche Aufarbeitung damals anscheinend nicht ausreichend erfolgt ist.

Ich bedauere, sollte in der Rückschau betrachtet eine strafrechtliche Aufarbeitung damals nicht ausreichend erfolgt sein.

Dies bedauern wir insbesondere im Hinblick auf die Opfer sehr.

Dies bedauere ich insbesondere im Hinblick auf die Opfer sehr.

Seit 2005 bestehen bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Sonderdezernate für Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Seit 2005 bestehen bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Sonderdezernate für Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Der sensible Umgang mit den meist kindlichen Opferzeugen steht im Mittelpunkt der Bearbeitung der Verfahren durch unsere Sonderdezernenten.

Der sensible Umgang mit den meist kindlichen Opferzeugen steht im Mittelpunkt der Bearbeitung der Verfahren durch unsere Sonderdezernenten.

Die Auswirkungen einer Straftat auf das Opfer müssen große Berücksichtigung bei der Strafverfolgung finden.

Die Auswirkungen einer Straftat auf das Opfer müssen große Berücksichtigung bei der Strafverfolgung finden.

Insofern stimmen wir vollständig mit den Verfasserinnen des Berichts überein. 

Hinsichtlich eines Gesprächstermins mit der Leitenden Oberstaatsanwältin kann ich Ihnen leider erst morgen Rückmeldung geben.

Haben Sie bitte auch Verständnis, dass ich mit einer Veröffentlichung dieser EMail auf Ihrer Internetseite nicht einverstanden bin.

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