Klage gegen die taz

25.Jun. 2015

Lieber Leser,

Die TAZ hat am 14.3.15 den Artikel “Verlorene Jungs“ veröffentlicht. Ich wurde von einem anderen Betroffenen gefragt, ob ich bereit sei, an diesem Artikel mitzuwirken. Bekanntermaßen, war ich.

http://taz.de/!5016458/

Und ich persönlich bin nach wie vor der Meinung, dass dieser Artikel erstklassig recherchiert und geschrieben wurde. Auch bin ich der Meinung, dass der Artikel dem Aufklärungsprozess und dem Thema Missbrauch allgemein, sehr dienlich war. Was mir und ich glaube einigen anderen nicht bewusst war, ist, dass dieser Artikel verschiedene Befindlichkeiten berührt. Dass es Männer gibt, die mit dem Artikel erneut auf die Geschichte gestoßen sind und letztendlich zunächst kaum weiterführende Infos erhalten haben. Aus diesem Grunde wurde ja auch http://www.das-schweigen-brechen.org/ gegründet.

Ein in dem Artikel Erwähnter, hat mittlerweile gegen die Taz geklagt. Das Landgericht Düsseldorf hat am 3.6.15 ein Urteil gegen die TAZ gesprochen. Einstweilige Verfügung gegen die TAZ, den Online Artikel aus dem Netz zu nehmen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die TAZ wird gegen das Urteil in Revision gehen.

Urteil vom 03.06.2015 AZ: 12 O 137/15

Nachtrag: Urteil veröffentlicht unter:

https://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/duesseldorf/lg_duesseldorf/j2015/12_O_137_15_Urteil_20150603.html

Das Urteil ist noch nicht veröffentlicht, dieses wurde aber heute von mir beantragt. Sowie das Urteil veröffentlicht ist, werden wir es in der Infobox unserer Seite bekannt geben und verlinken.

Ich spreche nur für mich:

Ich kann nicht verstehen, wie man sich für eine Reportage zur Verfügung stellt, sich trotz dreimaligem Nachfragen der TAZ mit vollem Namen nennen lässt und dann gegen den Artikel klagt, wegen Persönlichkeitsrechten. Robert Collister hat doch den richtigen Weg gewählt, um seine Persönlichkeit zu schützen, diese Möglichkeit hatten wir alle. Ich habe sie nicht genutzt und stehe dazu, auch wenn nicht alles, was geschrieben wurde, meiner Person schmeichelt. Da steht, ich war gewalttätig, kommt doof rüber, stimmt aber. Und ich finde es gut, dass so auch diese Folgen von Kindesvergewaltigung öffentlich gemacht worden sind. Wenn ich für mich feststelle, dass ich etwas falsch gemacht habe, z.B. meinen Namen voll nennen zu lassen, kann ich aus meiner Sicht dafür nicht den Reporter verantwortlich machen. Aus diesem Grunde solidarisiere ich mich auch offen mit der TAZ.

Wir als Gruppe haben lange und intensiv das Thema diskutiert. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir als eine Hauptregel für uns vereinbart haben, dass wir immer alle voll umfänglich informieren. Dass alles, was je auf unserer Seite stand, wenn es nicht mehr im aktuellen Bereich steht, archiviert wird (Infobox). Aus diesem Grund haben wir beschlossen, uns nicht selbst zu zensieren.

Die von mir gekaufte PDF-Datei der TAZ vom 14.3.15 haben wir auf unserem Host online gestellt. Dieses haben wir getan, um zu gewährleisten, dass jeder, der erst jetzt auf das Thema stößt, auch erfährt, was zu dem Thema öffentlich geschrieben wurde.

Presserechtlich bin ausschließlich ich für alle Veröffentlichungen auf unserer Seite sowie im Forum verantwortlich. Meine Rechtsposition dazu ist:

Ich bin nicht für den Inhalt des Artikels verantwortlich.

Ich habe den Artikel nicht veröffentlicht.

Ich habe den Onlineartikel der TAZ zunächst verlinkt.

Nach Löschung des Artikels bei der TAZ habe ich mich entschlossen, die öffentlich verkaufte Ausgabe der TAZ, die mein Eigentum ist und genau so veröffentlicht wurde, euch allen zum Lesen zur Verfügung zu stellen. Es kann ja wohl kaum verboten sein, dass Du in meiner Zeitung mitliest, oder?

Ich möchte hierzu noch erklären, aus meiner Sicht und die teilen alle bei uns, dass jeder Betroffene das Recht hat, mit dem Geschehenen so umzugehen, wie er es für sich entscheidet. Dieser selbst bestimmte Ansatz ist sehr wichtig für uns. Aus diesem Grund möchte ich erklären, auch wenn ich das Handeln des Klägers nie mittragen würde und eine ganz andere Position habe, ist es sein Recht, diesen Weg für sich zu wählen. Infolge dessen bewerte und beurteile ich weder das Urteil noch die Klage an sich. Und ich solidarisiere mich nach wie vor mit allen Betroffenen, auch wenn sie andere Wege wählen als ich.

Ich denke, wir müssen auch lernen, den Standpunkt eines anderen einfach stehen zu lassen. Unser Ansatz war immer, zusammenzuführen und nicht zu spalten, nur zusammen können wir wirklich etwas erreichen. Und zusammen können wir auch arbeiten, wenn in Einzelfragen ganz unterschiedliche Standpunkte stehen.

Viele Grüße

© Andreas Ratz

26. Jun. 2015

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Hallo Andreas,

In dem Artikel wird unter anderem über den Missbrauch deiner Mutter durch ihren eigenen Vater berichtet, schlimmer als der Missbrauch sei die Scham gewesen schreibt die Autorin über deine Mutter. Bist du der Meinung das deine Mutter tatsächlich wollte das dieses frei für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird? Alleine die aussage in dem Text verbietet schon eine Veröffentlichung. Tatsächlich hat die Autorin dieses wie auch andere Passagen ohne Einverständnis der Person über die sie berichtet getan.

Ja im ersten Augenblick mag der Artikel in der taz ein Meilenstein sein. Weil sich der Leser nicht vorstellen kann wie es sich anfühlt wenn Intimitäten aus der eigenen Chronologie ohne Einverständnis ins Land gerufen werden.

Es gibt etliche Grenzwertüberschreitungen, da sind Klassenkameraden die alleine durch ihre oder ihre Familien Eigenschaften Kenntlich gemacht wurden. Es geht niemanden etwas an ob in der Familie von ( leider auch noch der Anfangsbuchstabe des Klar-namens) Alkohol getrunken wurde.

Da sind die Lehrerinnen, eine davon war eine sehr engagierten die tatsächlich nur 18 Monate an der Elly unterrichtet hat. diese Lehrerin hat keinem etwas getan, in dem Artikel wird so getan als seien beide unverbesserliche Fans von B. Gewesen. Das ist einer der beiden Lehrerinnen falsch. Das weiß ich weil ich mit einer Klassenkameradin zusammen den Kontakt für die Taz hergestellt habe.

Es gibt noch etliche andere Beispiele die ich hier Jetzt nicht noch einmal erwähnen möchte. Das die taz unautorisiert Persönliche intime Informationen veröffentlicht hat haben auch die Richter in Düsseldorf erkannt. So etwas geschieht in einer mündlichen Verhandlung nicht nach Good Will da wird schon genau hingeschaut.

© Anton Rudolf

26. Jun. 2015

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Lieber Anton,

zunächst möchte ich mich sehr für Deinen Beitrag bedanken. Aus Meiner Sicht ist es gut wenn wir trotz sehr Unterschiedlicher Meinung mit einander ins Gespräch gehen.

Zu Deinen Inhaltlichen Aussagen, möchte ich mich nicht äußern, wie ich oben geschrieben habe, Ich möchte Inhaltlich nichts bewerten oder gar urteilen.

Die Sachlage, wie Du sie siehst, hat dich ja veranlasst den Rechtsweg zu wählen, und ich möchte es den Juristen überlassen sich da ein Urteil zu bilden. Da Du aus Deiner Sicht im Recht bist, gibt es da für mich auch nichts zu diskutieren, weil ich Deine Sicht respektiere, und auf eine Entscheidungen sowieso keinen Einfluss habe.

Unser Interessenkonflikt ist doch gegeben, weil ich der Meinung bin das jeder Geschädigte Anspruch hat alles zu lesen was Veröffentlicht wurde, und Du der Meinung bist, der Artikel hätte so nicht Veröffentlicht werden dürfen.

Was ich von Dir höre, und das ist mir sehr wichtig, es geht Dir um die Persönlichkeitsrechte eines jeden einzelnen, auf dessen Identität Rückschlüsse auf Grund des Artikels möglich sind. Dieses nehme ich sehr ernst, denn niemals will ich gegen Betroffene handeln.

Wie eingangs gesagt, es wurden aus Unwissenheit Fehler gemacht. Auf diesen sollten wir nicht rum reiten, sie waren doch nie vorsätzlich. Ein Fehler der gemacht wurde, ist sicherlich, das der TAZ TBauszüge zur Verfügung gestellt wurden, die nicht geschwärzt waren. Das war der Fehler des Weitergebers und nicht der TAZ. Geschehenes ist nicht zu ändern, genauso wenig wie man eine veröffentlichte Zeitung zurückrufen kann. Die Frage für mich ist wie wir damit in Zukunft umgehen.

Wir als http://www.das-schweigen-brechen.org/ haben uns ganz zu Anfang auferlegt, als unbeugsame Regel gegeben, das wir absolut keine Infos vorenthalten oder Zensieren. Aus diesem Selbstverständnis heraus müssen wir allen Betroffenen Zugang zum taz Artikel ermöglichen. Wir haben uns unmittelbar nach Taz erscheinen und durch das was der Artikel bewirkt hat ja überhaupt erst gegründet. Unsere Geschichte, beginnt wie man auf unserer Startseite ja lesen kann, mit erscheinen des taz Artikels.

m einerseits unserer Informationspflicht nachzukommen, und anderseits die von Dir geäußerten Bedenken nicht nur ernst zu nehmen, sondern auch umzusetzen, habe ich mich entschlossen, schnellst möglich, den von mir online gestellten Artikel zu bearbeiten. Nicht so einfach, PDF ist schreibgeschützt. Wir müssen also Kopieren, Scannen, Drucken, Schwärzen usw.

Wir werden eine Print Zeitung bearbeiten, sprich wir schwärzen alle Angaben, die in irgendeiner Weise Rückschlüsse auf die Identität von Betroffenen möglich machen. Das scannen wir dann ein, vergrößern es so das es gut lesbar wird, und stellen das dann bei uns ein. Mein Scanner ist zu klein für eine Zeitung, muss also auch noch in die Stadt damit. Ich Denke, wenn es nicht doch noch technisch schwierig wird, das dieses bis Montag geschehen sein wird.

Ich hoffe das damit deine Bedenken hinsichtlich des Schutzes von Betroffenen, und der Wahrung deiner eigenen Persönlichkeitsrechte, hinreichend sorge getragen wurde.

Liebe Grüße

© Andreas Ratz

27. Jun 2015

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Lieber Leser,

in diesem Beitrag sind einzelne Wörter durch das ersetzen der Buchstaben durch X unkenntlich gemacht. Die Verbreitung dieser Aussagen wurde uns mit Beschluss vom Amtsgericht Siegburg Aktenzeichen: 107 C 68/16 untersagt. Gegen den Beschluss wurde Widerspruch eingelegt. Wir hoffen das wir die Texte bald wieder unzensiert Online stellen dürfen.

In diesem Beiträgen wird über den weiteren Verlauf des Verfahrens berichtet.

http://www.das-schweigen-brechen.org/?p=609

http://www.das-schweigen-brechen.org/?p=619

Hier geht’s zum Beschluss des Amtsgerichtes

http://das-schweigen-brechen.org/onewebmedia/Gerichtsbeschluss%20Unterlassung%20Kolja.pdf

Admin

Zitat Anton:

Hallo Andreas,

In dem Artikel wird unter anderem über den Missbrauch deiner Mutter durch ihren eigenen Vater berichtet, schlimmer als der Missbrauch sei die Scham gewesen schreibt die Autorin über deine Mutter. Bist du der Meinung das deine Mutter tatsächlich wollte das dieses frei für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird? Alleine die aussage in dem Text verbietet schon eine Veröffentlichung. Tatsächlich hat die Autorin dieses wie auch andere Passagen ohne Einverständnis der Person über die sie berichtet getan.

02.06.2015

EIDESSTATTLICHE VERSICHERUNG

Ich, Christian Koljar Wlazik, bin mir der Bedeutung der Abgabe einer eidesstattliche Versicherung zur Vorlage bei Gericht und die strafrechtlichen Folgen unrichtiger Angaben, sei es vorsätzlich oder fahrlässig, bewusst. Ich bin mir auch und besonders der Inhalte und Strafdrohungen des §156 StGB (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe) bei falscher Versicherung oder des § 163 Abs. 1 StGB (Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe) bei Fahrlässigkeit bewusst und belehrt. Mit diesem Wissen erkläre ich:

Einige Wochen vor dem Erscheinen des Artikels „Verlorene Jungs“ in der TAZ vom 14.03.2015 rief mich meine Mutter H. H. an. Sie erzählte mir, dass sie ein Interview mit der TAZ hatte und sie nicht möchte, dass ich das Folgende aus der Zeitung erfahre. Sie erzählte, dass ihr Vater sie, als sie etwa 14 Jahre alt war, missbraucht hätte. Weiter berichtete sie mir, dass für sie schlimmer als der eigentliche Missbrauch die Reaktionen ihres Umfeldes gewesen seien.

Aus zwei Gründen ist mir dieses Telefongespräch in guter Erinnerung:

1. Mir fiel ihr sachlicher, emotionsloser Tonfall auf.

2. Sie hatte mir dasselbe schon zu einem früheren Zeitpunkt erzählt

Am 17.03.2015 sprachen H. H. und ich am Telefon über den Artikel „Verlorene Jungs“ in der TAZ vom 14.03.2015.

Auch dieses Gespräch ist mir in lebhafter Erinnerung. Ich hatte zwei Tage vergeblich versucht sie zu erreichen, was mir nach dem Zeitungsartikel, in dem es ja auch um unsere Familiengeschichte ging und in dem meine Brüder mit Klarnamen genannt wurden, seltsam erschien. Nachdem ich sie am dritten Tag erreicht hatte, versuchte sie offensichtlich das Thema zu vermeiden. Direkt auf den Artikel angesprochen, sagte sie zu mir, als es um die Vergewaltigungen meines Bruders Andreas Ratz geb. Wlazik ging: „Doch ich habe es gewusst. Aber ich dachte, es sei nicht so schlimm. Die Araber und die alten Griechen haben das ja auch gemacht. Aber Sperma Schlucken und Analverkehr, das ist ja schon schlimm!“

Diese, ihre Formulierungen haben sich tief in mein Gehirn eingebrannt. Sie erfüllten mich damals, wie heute mit Abscheu und Entsetzen!

Christian Koljar Wlazik

Diese Eidesstattliche Versicherung liegt dem Anwalt der TAZ-Autorin vor. Ich habe hier nur den Namen der Frau, die mich geboren hat, abgekürzt und meine Adresse entfernt.

Zitat Anton:

Ja im ersten Augenblick mag der Artikel in der taz ein Meilenstein sein. Weil sich der Leser nicht vorstellen kann wie es sich anfühlt wenn Intimitäten aus der eigenen Chronologie ohne Einverständnis ins Land gerufen werden.

Wer einem Zeitungsreporter ein Interview gibt, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass alles, was gesagt wird, im Zweifelsfall auch gedruckt wird. Wenn er die Kontrolle darüber behalten möchte, sollte er schriftlich vereinbaren, dass er den druckfertigen Text vor der Veröffentlichung frei geben muss. Alternativ kann man vereinbaren, dass eine Tonbandaufnahme von dem Interview gemacht wird und alles, was auf Band ist, auch veröffentlicht werden darf. In dem Fall kann man die Aufnahme unterbrechen lassen, wenn etwas nur für den Reporter als Hintergrundinformation gedacht ist. Aber erst ein Interview geben und anschließend sagen, die und die Passagen, die dachte ich mir aber nur so als privates Gespräch, das haut nicht hin!

Zitat Anton:

Es gibt etliche Grenzwertüberschreitungen, da sind Klassenkameraden die alleine durch ihre oder ihre Familien Eigenschaften Kenntlich gemacht wurden. Es geht niemanden etwas an ob in der Familie von ( leider auch noch der Anfangsbuchstabe des Klarnamens) Alkohol getrunken wurde.

Das kann, so weit ich es beurteilen kann, die TAZ aber nur aus den Tagebüchern erfahren haben. Und hier stellt sich die Frage: Von wem hatte die TAZ die Tagebücher? Warum wurde nicht im Vorfeld genau vereinbart was gedruckt werden darf und was nicht? Warum wurde keine Endabnahme vereinbart?

Der TAZ wurden die Tagebücher überlassen, die TAZ hat die Tagebücher ausgewertet und daraus zitiert und das ist es, was Zeitungen nun mal tun. Wenn ich das nicht möchte, dann darf ich ihnen die Tagebücher eben nicht überlassen oder muss entsprechende Vereinbarungen treffen.

Gerade, dass die Autorin sich die Opfer genauer ansieht, macht diesen Artikel doch so wertvoll. Und wir waren nun mal die Kinder von saufenden, prügelnden Eltern, Kinder von Eltern, die sich lieber im Arbeitsraum mit ihrem Liebhaber vergnügten als sich um ihre Kinder zu kümmern, Kinder von überforderten alleinerziehenden Müttern, Kinder von Eltern, die sich nicht so um ihre Kinder gekümmert haben, wie Eltern das tun müssen!

Zitat Anton:

Da sind die Lehrerinnen, eine davon war eine sehr engagierten die tatsächlich nur 18 Monate an der Elly unterrichtet hat. diese Lehrerin hat keinem etwas getan, in dem Artikel wird so getan als seien beide unverbesserliche Fans von B. Gewesen. Das ist einer der beiden Lehrerinnen falsch. Das weiss ich weil ich mit einer Klassenkameradin zusammen den Kontakt für die Taz hergestellt habe.

Ich darf an dieser Stelle nur einen Satz einer der ach so tollen Lehrerinnen zitieren? „Er hatte einen ausgesprochen gewitzten Humor. Er war ein hoch gebildeter Mann. Und ein begnadeter Klavierspieler“, sagt eine, die Stimme hoch vor Euphorie. „Der Erich war den Schülern zu aller erst ein guter Freund. Das behaupte ich jetzt mal“

Entschuldigung, aber wer weiß was dieser Mann getan hat, wofür er verurteilt wurde, wenn man weiß, dass dieser Mann über 30 Jahre jeden Jungen, den er kriegen konnte, vergewaltigt hat, und dann die Unverschämtheit besitzt zu behaupten, er sei zu aller erst ein guter Freund, der kann froh sein, dass ich nicht mit ihm bei Mohnkuchen mit Schlagsahne gesessen habe!

Oh nein, diese Lehrerinnen sind verdammt gut weggekommen! Und da die Damen im Artikel namenlos bleiben, dürften sie keinen Schaden erlitten haben, außer vielleicht, dass sie sich plötzlich mit ihrer eigenen wenig rühmlichen Rolle in der Vergangenheit (und sei sie auch noch so klein gewesen) konfrontiert sahen.

Aber warum ist dieser Artikel so wichtig? Warum ist es so, dass die TAZ diesen Prozess nicht verlieren darf ?

Weil die Autorin es geschafft hat, den Betroffenen endlich ein Gesicht zu geben. Wir werden als Menschen wahr genommen, Menschen mit Stärken und Schwächen, Menschen, die als Kind vom Lehrer Erich Buß kaputt gemacht wurden. Kinder, denen keiner geholfen hat, selbst als sie um Hilfe geschrien haben. Andreas war bei Frau Hager aber es hat sie nicht interessiert. Ich weiß von einer weiteren Person, die bei Frau Hager war, aber es hat die Rektorin nicht interessiert. Und während eines Flashbacks kam die Erinnerung zurück, dunkel und bruchstückhaft: Ich sitze bei Frau Hager im Büro, eingeschüchtert, ich weiß nicht mehr wie ich mich ausgedrückt habe, aber ich höre sie noch heute fauchen: „Diese Räuberpistole haben mir schon deine Brüder erzählt, und jetzt raus hier!“

Das ist echt ein Witz, es muss in der zweiten Klasse gewesen sein, da hat mich eine Lehrerin mit dem Tafelstock auf die Finger gehauen. Und als Frau Hager davon erfuhr, da wurde die Lehrerin sofort erst suspendiert und dann vorzeitig pensioniert. Schlagen durfte man ihre Schüler nicht, vergewaltigen schon. Und meine „Mutter“? Xxx xxxxxx xxx xxx Xxxxxxxxxx xxx Xxxxx Xxx und trotzdem sagte sie zu mir: „Willst Du nicht auch mal zum Buß?“

Aber warum? Ich weiß warum: Mittagessen, qualifizierte Hausaufgabenbetreuung – und alles vollkommen kostenlos, die Kinder sind versorgt und jede Menge Zeit für die Karriere und den Liebhaber – für sie alles kostenlos!

Oh nein, bis heute ist die Frau, die mich geboren hat, verdammt gut weggekommen – wie gesagt bis heute. Noch habe ich mir nicht die Zeit genommen mich mit ihr zu beschäftigen. Aber der Tag rückt näher, an dem ich mir die Zeit nehme. Erich Buß hat mich oral vergewaltigt xxx xxxxx „Xxxxxx“ xxx xx xxxxxxx!

Und heute noch benimmt sie sich genau so wie damals. Sie interessiert sich nicht dafür, wie es ihren Söhnen geht, wie die mit dem Erlebten klarkommen. Und es interessiert sie nicht, dass sie engagierte und mutige Journalisten wie Nina Apin entmutigt und desillusioniert, sie verdrängt und somit Platz macht für die Klatschpresse – weil sich kein seriöser Journalist mehr an ein derartiges Thema heranwagen wird, wenn ihm dafür trotz vorherigem Einverständnis Klagen und Rufschädigung drohen.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Wer den Weg der Wahrheit geht, der stolpert nicht

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22. Sep 2015

Folgende Nachricht bekamen wir von der Autorin:

„…Die taz hat Recht bekommen, in allen Punkten.

Auf Empfehlung unseres Anwalts werde ich trotzdem, des lieben Friedens halber, die Namen von **** und ***** ****** umändern. Sie werden im Artikel jetzt Anton und Inge Rudolf heißen…“

Das Aktenzeichen lautet (ohne Gewähr) AZ 16U120-15

Weitere Infos folgen in kürze…

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Wer den Weg der Wahrheit geht, der stolpert nicht

28. Okt 2015

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Hallo miteinander,das Urteil wurde mittlerweile veröffentlicht,

hier geht es zum Urteil

https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/duesseldorf/j2015/I_16_U_120_15_Urteil_20150910.html

© Andreas Ratz

23. Nov. 2015

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Hallo miteinander,

soeben erhielt ich vom Oberlandesgericht Düsseldorf eine Antwort auf meine Rechtskraftsanfrage zum Urteil.

DAS URTEIL IST RECHTSKRÄFTIG

Das heißt, es ist keine Revision mehr möglich, es wurde endgültig für Recht entschieden, das der taz Artikel von A bis Z einwandfrei ist. Über diesen Ausgang sind wir selbstverständlich sehr froh.

Auffällig bleibt in diesem Zusammenhang jetzt lediglich, das auf der Seite

missbrauchte-jungs.de auf der Startseite unter Punkt 2. gegenteiliges steht.

Dieses ist also ganz klar eine falsche Information, eine Lüge.

Viele Grüße

© Andreas Ratz

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