13 – Entspannung, Abschied und Maditation

Eine ruhige Stimme kündigte die Nadeln an. Zwanzig – dreißig Sekunden später wich die Anspannung aus Armen und Beinen und die Ruhe breitete sich in meinem Körper aus. Dann Entspannten sich Muskeln, von denen ich nie wahrgenommen hatte, dass sie verspannt waren: Die Muskeln in meinem Kiefer!

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Montag 16.11.15

Heute gibt es den letzten täglichen Beitrag! Bei uns in der Ursprungsfamilie ist der Teufel los. So viel an dieser Stelle Anton Rudolf ist nicht länger mein Bruder, ich verstoße ihn!

Entspannung

Ich habe dieses Thema bereits mehrfach angesprochen, halte es aber für extrem wichtig. Hintergrund ist der Hippocampus! Der Hippocampus, angesiedelt im Limbischen System, ist in unserem Zusammenhang entscheidend. Das was wir erlebt haben, ist so belastend, dass unser Gehirn es langfristig abspeichern musste, das Limbische System aber ist derart gestresst, dass es die Erinnerungen daran nicht vernünftig abspeichern konnte.

Der Anspannunglevel von Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (unter PTBS leiden die meisten Betroffenen mehr oder weniger stark) ist dauerhaft erhöht. Wenn man das weiß wird einem deutlich, warum Entspannung so wichtig ist. Was aber, soweit ich weiß, allen Entspannungsübungen gleich ist, man muss sie täglich machen.!

Wer glaubt, er könne ein bis zwei mal irgendeine Entspannungsübung machen um dann zu Behaupten, es wirke bei ihm nicht, der kann es auch gleich lassen. Körper und Gehirn müssen erst einmal auf Entspannung programmiert werden und das braucht seine Zeit. Es macht mehr Sinn täglich 5 Minuten zu entspannen als ein mal in der Woche eine halbe Stunde!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Dienstag 17.11.15

Seit 87 Tagen schreibe ich jetzt täglich einen Beitrag! Ich spüre in mir, dass es Zeit wird in einen wöchentlichen Turnus zu wechseln. Zum einem beginne ich mich zu wiederholen, zum anderen möchte ich grade Thematisch zusammen zu fassen, was ich hier gelernt, eingeübt und erfahren habe. Ich werde also ab sofort nur noch einen Beitrag am Sonntagnachmittag online stellen, in dem ich kurz berichte, wie es mir in der vergangenen Woche so ergangen ist. Eine gekürzte, bearbeitete Zusammenfassung meines Kliniktagebuchs „Mein Weg der Heilung“ ist ebenfalls geplant. Es wird also auch separate thematische Beiträge geben.

Ich brauche aber auch wieder mehr Zeit, um mich um die Aufarbeitung zu kümmern. In meiner Ursprungsfamilie passieren grade Dinge, die So ungeheuerlich sind, dass sie zwingend einer öffentlichen Aufarbeitung und klaren, begründeten Positionierung bedürfen, zumal sie beispielhaft sind für dass, was leider so unglaublich vielen von uns Betroffenen widerfährt.

Was bleibt mir an dieser Stelle noch zu sagen – ich bin ein bisschen wehmütig, hat es mir doch unglaublich viel Kraft gegeben, dass ihr alle, sowohl in den Facebook-Gruppen wie auf unserer Internetseite, jeden Tag für ein paar Minuten bei mir wart: Ich Danke euch!

Ich bleibe dabei: “mein Weg der Heilung“ ist das Schweigen zu brechen!

Euer

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Sonntag 22.11.15

Ich habe lange überlegt, wie er aussehen soll, mein erster Wochenbeitrag – es gibt da grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten und es macht wenig Sinn sich dauerhaft auf eine festzulegen. Das einzige was es wohl nicht sein wird, ist eine Zusammenfassung der Woche!

Über die familiäre Aufarbeitung kann ich nichts schreiben, da die Prozesse grade so sehr im Fluss sind, das jede öffentliche Äußerung den Prozess, den nächsten Schritt behindern würde. So viel kann ich aber sagen, dass er im Augenblick den größten Teil meiner Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Wenn die Prozesse etwas weiter gediehen sind, dann werde ich sie, wie eigentlich alles, auch für die Öffentlichkeit aufbereiten!

Am Donnerstag war ich in Wiesbaden , um meine Aussage vor der Kommission zu machen. Hier der Link zu meiner Aussage: http://www.das-schweigen-brechen.org/?p=556

Am gestrigen Samstag habe ich meine zweite Akupunktur bekommen. Je 5 Nadeln in die Ohren! Die Akupunktur tut mir derart gut, dass ich noch ein wenig Zeit brauche, um die passenden Worte zu finden. Ich glaube aber bis zum nächsten Sonntag werde ich wohl ein paar Sätze zu diesem Thema zu schreiben. Heute nur so viel, ich werde mir das wohl auch nach meinem Klinikaufenthalt privat noch einige male gönnen – aber darüber nächste Woche…

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Sonntag 29.11.15

Akupunktur, für mich eine vollkommen neue Art der Entspannung! Ja, so weit ist es mit mir gekommen, die piksen mich mit Nadeln und ich finde das auch noch schön. Wobei schön wohl der falsche Ausdruck ist, entspannend ist es. Ja entspannend und nicht nur weil der Schmerz nachlässt, der im übrigen völlig überbewertet wird. Man spürt es, dass kann man nicht leugnen, aber mehr als ein spüren ist es nicht!

Je fünf Nadeln in die Ohren, parallel Atemübungen und ich war auf eine Weise tiefen entspannt, wie ich es seit über 40 Jahren nicht mehr gewesen bin. Drei mal hab ich jetzt das Glück gehabt Akupunktur zu bekommen und ich hoffe sehr es vielleicht noch ein oder zwei mal mitnehmen zu können, bevor ich voraussichtlich am 16 Dezember entlassen werde.

Ich saß ganz still und atmete mit geschlossenen Augen. Die übliche CD mit Entspannungsgedudel plätscherte im Hintergrund vor sich hin. Eine ruhige Stimme kündigte die Nadeln an. Zwanzig – dreißig Sekunden später wich die Anspannung aus Armen und Beinen und die Ruhe breitete sich in meinem Körper aus. Dann Entspannten sich Muskeln, von denen ich nie wahrgenommen hatte, dass sie verspannt waren: Die Muskeln in meinem Kiefer! Die Entspannung tat in diesen Muskeln regelrecht weh und ich vermute, dass sie seit vierzig Jahren total verkrampft waren. Es scheint so, dass sie sich verkrampften, als sie verzweifelt versuchten Mund und Lippen verschlossen zu halten…

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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Mittwoch 16.12.15

Spiritualität! Über die Bedeutung von einem spirituell geprägtem Leben im Zusammenhang mit meinem Weg der Heilung habe ich bis heute noch kein Wort verloren. Ob und wie die Spiritualität oder die Religion für einen eine Option ist, muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Für mich persönlich ist mein spirituelles Leben aber einer der wesentlichen Pfeiler auf die ich baue und die mir die Kraft gibt mein schweigen zu brechen!

Meditation ist Achtsamkeit in Reinkultur!

Achtsamkeitsbasierte Therapieformen gewinnen in der Behandlung von PTBS immer mehr an Bedeutung. Achtsamkeit meint, dass man sich vollkommen im hier und jetzt verankert. Wer mit seinen Gedanken zu größten Teil mit den Sorgen von Morgen beschäftigt ist, oder mit dem Grübeln über die Vergangenheit, der ist mit seinem Bewusstsein nicht in der Gegenwart und öffnet traumatischen Erinnerungen so mit Tür und Tor. Traumatische Erinnerungen aber dürfen nicht unseren Alltag bestimmen, vielmehr müssen sie zur rechten Zeit, am besten mit Hilfe eines erfahrenen Traumtherapeuten Be-und Verarbeitet werden.

Das Thema Spiritualität habe ich jetzt nur kurz gestreift, wer sich aber über meinen spirituellen Weg etwas genauer Informieren möchte, der kann das gerne hier tun:

Hare Krishna – http://iskcon.de/

Ich habe euch an meiner Zeit hier in der Psychotraumatologie in Krefeld teilhaben lassen, und ich danke euch, dass ihr mich begleitet habt. Wenn sich in Zukunft noch etwas wesentliches tut, ich beispielsweise eine ambulante Therapie beginne, dann schreibe ich wohl wieder einen Beitrag. Bis dahin habe ich noch so viel in meinem Kopf, das umgesetzt werden will, das ich mich auf ganz viel neues freue!

Bis dahin euer

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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