10 – Entspannung und Therapie

Doch selbst, wenn wir vollkommen Kraftlos sind und wir all unseren Mut verloren haben, gibt es dennoch Dinge die wir tun können. Viele von uns sind so schwer traumatisiert, dass sie nicht in der Lage sind dieses Trauma zu bearbeiten. PTBS ist mit Messbaren Schäden im Gehirn verbunden. Es gibt aber Möglichkeiten, wie wir daran arbeiten können diese Schädigungen wenigstens zum Teil auszubessern.

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Donnerstag 22.10.15

Ich habe nicht Lebenslänglich!

Gestern hatte zumindest einer meiner Leser das Gefühl ich würde verurteilen, wenn jemand seinen Glauben an Heilung oder zumindest Besserung verloren hat. Niemand von uns sollte einen anderen Verurteilen, weil er kraft oder mutlos ist. Keiner weiß wie es uns wirklich geht, dass ist doch einer der Stärken von Selbsthilfe: Wir wissen, wovon der andere redet! Doch selbst, wenn wir vollkommen kraftlos sind und wir all unseren Mut verloren haben, gibt es dennoch Dinge die wir tun können. Viele von uns sind so schwer traumatisiert, dass sie nicht in der Lage sind dieses Trauma zu bearbeiten. Ein Hauptproblem ist dabei, das es kaum qualifizierte Trauma Therapeuten gibt. PTBS ist mit Messbaren Schäden im Gehirn verbunden. Es gibt aber Möglichkeiten, wie wir daran arbeiten können diese Schädigungen wenigstens zum Teil auszubessern. Ich bin kein Experte, aber so wie ich es verstanden habe, teilt sich die Behandlung von PTBS grundlegend in zwei Bereiche: Stabilisierung und Bearbeitung!

Damit überhaupt Bearbeitet werden kann, muss zuerst stabilisiert werden. Hier gibt es Dinge, die wir selbst tun können, und die wir auch ganz ohne Therapeuten vollkommen gefahrlos tun können: Sport und Entspannung!

Grade Muskel aufbauender Sport ist bei PTBS hilfreich. Die Wachstumshormone, die beim Sport ausgeschüttet werden, werden auch vom limbischen System aufgenommen, dass sich durch vermehrten Zellaufbau regenerieren kann. Das limbische System ist einer der geschädigten Hirnareale bei PTBS. Bereits regelmäßige Spaziergänge sind hier von großem Nutzen für uns.

Regelmäßige Entspannungsübungen helfen dem limbischem System sich zu erholen, Ich habe mich deshalb entschlossen, in den nächsten Tagen einige Entspannungsübungen vorzustellen. Da ich nur mit zwei Übungen persönlich Erfahrung habe, will ich mal schauen, was ich im Internet so finde!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Freitag 23.10.15

Entspannungsübungen!

Vor ab, nicht jeder kann jede Entspannungsübung gut vertragen. Eine Entspannungsübung darf sich niemals schlecht anfühlen. Beim Autogenen Training Beispielsweise schließt man die Augen – wenn sich jemand dabei unbehaglich fühlt, dann sollte er es besser lassen und nach etwas anderem suchen, was besser passt. Wenn jemand bei einer Atemübung hyperventiliert oder sich sonst wie unwohl fühlt, dann sollte er es eben lassen, und im Zweifelsfall lieber eine Runde Spazieren gehen, oder sonst etwas tun, von dem er weiß, das es ihm gut tut. Ich denke, es kann für manche schon ein Schritt sein, es sich für 10 bis 15 Minuten am Tag gut gehen zu lassen und nur für sich da zu sein.

Was aber allen Entspannungsübungen gemein ist, sie brauchen Zeit! Unser Körper braucht eben eine Weile, bis er gelernt hat, dass er sich in einer bestimmten Situation entspannen darf und sicher ist. Deswegen sollte man auch wo es irgend möglich ist, Dinge Ritualisieren! Wenn ich mir täglich 15 Minuten Zeit für mich zum Entspannen nehme, und beginne immer mit einer Tasse Kamillentee, dann lernt mein Körper mit der Zeit: Kamillentee, jetzt darf ich entspannen. Man kann mit körperlich wahrnehmbaren Ritualen, sich soweit programmieren, dass man dann sehr schnell in die Entspannung rein findet. Entscheidend ist da bei die Regelmäßigkeit!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Samstag 24.10.15

Vorab, die Stimmung im Haus hat sich deutlich verbessert. Auch wenn es nicht immer leicht fällt finden beinah alle einen Weg Probleme (die meist mit dem eigenem Trauma zu tun haben) anzusprechen. Ab Montag gehen wir in der Einzeilpsychotherapie direkt das Trauma an. Eine Therapeutin meinte ich solle Taschentücher, was zu trinken und was mir sonst noch gut tun könnte mitbringen. Das macht doch Mut oder?

Ansonsten sind heute keine Worte in mir! Ich wollte eigentlich ein bisschen was übers limbische System schreiben, oder über Entspannung oder über Aufmerksamkeitsübungen schreiben , aber heute finde ich keine Worte, also morgen mehr…

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Sonntag 25.10.15

Scheinbar hat mein heutiger Beitrag nichts mit PTBS, sexueller Gewalt oder Heilung zu tun. Aber es geht darum Grenzen zu setzen. Ich möchte hier auch keine Themenfremde Diskussion eröffnen, ich ziehe einfach nur eine ganz klare Grenze: Es Reicht!

Folgendes wurde von einer Person geteilt, die auf meiner Freundesliste ist

Ein Foto, vier Männer, drei halten Handys mit Bildern von Ihren Kindern in die Kamera und einer hält ein Schild auf dem geschrieben steht: Wir machen uns Sorgen um unsere Kinder im Krieg in Syrien. Unter dem Foto steht geschrieben: Ach… Sorgen macht ihr euch um eure Kinder? Dann hab ich nur mal eine Frage… Warum seid ihr Dreckschweine denn ohne sie Abgehauen???

Darunter steht dieser Kommentar: „Nehme ich Ihnen nicht wirklich ab. Zumal der rechte im Bild noch darüber lachen kann, wie Feige er sich doch vom Acker gemacht hat. Über so ein Verhalten kann ich nur den Kopf schütteln.“

Weiter lese ich in Ihrem Profil auf schwarz/rotem Hintergrund: Weltsozialamt Deutschland Ich schäme mich für Dich! Weil für das eigene Volk kaum was übrig bleibt. In diesem Profil stolpert man immer wieder über solche Widerlichkeiten. Da steht dann: „… es ist 70 Jahre her… Es reicht wir haben genug getan um diese Vergangenheit zu büßen… Nichts halte ich allerdings von den Vollidioten, die meinen, dass wir in unserem eigenen Land unsere eigenen Traditionen und unsere eigene kulturelle Identität aufgeben sollten…“

Wer aus meinem Umfeld glaubt derartiges schreiben oder teilen zu müssen, mit dem möchte ich nichts mehr zu tun haben! Und es ist mir auch scheiß egal wie viel Porzellan ich dabei zerschlage: Es reicht mir ganz einfach!

Rassismus ist keine Meinung, Rassismus ist ein Verbrechen – und ich werde die Definition, was Rassismus ist, nicht den Rassisten überlassen. Heute kann niemand mehr sagen, er hat es nicht gewusst – und darum muss man sich jetzt entscheiden, denn ein bisschen Rassismus gibt es nicht!

Jeden Tag brennen Häuser und ihr reicht mit eurer Hetze den Brandstiftern das Feuerzeug, Menschen sterben, und ihr schärft ihnen die Messer mit denen sie zustechen. Nein. Ihr könnt heute nicht sagen, dass ihr nichts gewusst habt, Ihr seit ein Teil dieser Verbrechen!

Ich habe keine Lust mehr über dieses Thema zu diskutieren. Ich glaube auch nicht, dass es irgendeinen Sinn macht, Argumente auszutauschen, Argumente sind an dieser Stelle Perlen vor die Säue. Es sollte auch dem letzten meine Position inzwischen klar geworden sein: Es gibt keine sicheren Drittstaaten und darum ist jede Beschneidung des individuellen Rechts auf Asyl, ein Verstoß gegen die Menschenrechte!

Viele von euch kennen mich nicht persönlich, hier auf Facebook finde ich das auch vollkommen legitim Freunde zu haben die man nicht kennt. Dabei geht es gar nicht darum möglichst viel auf der Liste zu haben, oder möglichst einige Prominente – nein, es geht um den Austausch von Gedanken und Informationen.

Viele von euch kenne ich aus dem Petra Kelly Kreis oder aus Linken Gruppen und der Austausch mit euch ist immer ein Gewinn!

Im Rahmen der Selbsthilfe gibt es vielleicht einige Menschen die meinen Gedanken gerne Folgen, auch wenn sie mich nicht persönlich kennen und dass ist ja auch gut so, denn so funktioniert Selbsthilfe nun mal. Eine der stärken des Internets ist doch, dass man relativ einfach den Gedanken anderer Menschen folgen kann…

Das Problem dabei ist aber, dass immer mal wieder Menschen auf der Freundesliste landen, bei denen man dann irgendwann erschreckt feststellt, dass sie Rassisten sind in Einzelfällen sogar rechtsradikal bzw. rechtsextremistisch.

Und mir reicht es jetzt ganz einfach, bei mir ist kein Platz für Nazis und Rassisten!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Montag 26.10.15

Heute ist ein besonderer Tag!

Alles was in meinem Leben wirklich Bedeutung hatte, geschah bei Vollmond, und dass was grade mit mir passiert ist wirklich von Bedeutung.

Im Augenblick mache ich keinen Sport, da ich meinen rechten Fuß überbeansprucht habe und so begann mein Tag mit Myoreflex Therapie. Myo tut mir immer gut, denn die Frau hat eine Gabe, die ihr nur Gott selbst verliehen haben kann. Ja, sie beherrscht ihr Handwerk, aber das ist es nicht allein, sie programmiert meinen Körper um. Es gab bis heute keine einzige Sitzung, bei der ich keinen Flash back bekam. Aber die Ruhe dabei, und der leicht schmerzhafte Druck auf die Muskeln und ihre Gabe stets den richtigen Muskel zu richtigen Zeit mit dem richtigen Druck zu bearbeiten, macht etwas mit mir. Der Flashback heute war derart körperlich, wie ich es so noch nie spürte und trotzdem war es überhaupt kein Problem mich zu distanzieren. Es gelang mir sogar während der Myo noch ein wenig Autogenes Training zu machen. Im Anschluss an die Myo packte ich ein paar Sachen für die Einzelpsychotherapie zusammen, was zu trinken, was zu naschen, Aroma Öle, meinen Gebetsbeutel, und nutze die verbleibende Zeit für meine Mantra-Meditation. Vollkommen entspannt ging ich dann in die Einzelpsychotherapie.

ENDLICH wir arbeiten am Trauma! Bis heute gab es nur Stabilisierung, was auch absolut zwingend erforderlich war. Nur wenn man stabil ist, kann man am Trauma arbeiten. Gleich morgen habe ich den nächsten Termin und das fühlt sich so richtig an. Es kommen harte Stunden auf mich zu, aber es geht bergauf und ich werde den Gipfel erklimmen!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Dienstag 27.10.15

Im Augenblick fällt es mir sehr schwer überhaupt ein paar Worte für diesen Beitrag zu finden, und doch will ich ihn in seiner Regelmäßigkeit aufrecht erhalten. Den grade jetzt ist eine ganz wesentliche Phase auf meinem Weg der Heilung. Vieles, was in den letzten Monaten angelegt war, beginnt heute zu wirken. Ich brauchte mehr als sieben Wochen, nur um zur Ruhe zu kommen. In diesen Wochen habe ich sehr viel gelernt, was nötig ist um mich zu stabilisieren. Ressourcen, die ich verloren glaubte, finde ich wieder und beziehe meine Kraft aus ihnen. Ich habe den Eindruck, das meine Worte ein wenig an Klarheit und Bedeutung verlieren, doch das was grade jetzt in mir passiert ist mehr als nur bedeutend: Ich verändere mich! Wie weit diese Veränderung geht, und wie lange sie braucht, bis sie vollendet ist, weiß ich nicht zu sagen, aber ich will ihr allen Raum geben, denn diese Veränderung kann nur gut sein!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Mittwoch 28.10.15

Ich habe beschlossen die Zeit bis Montag zu nutzen um mich auf wirkliche Trauma – Bearbeitung vorzubereiten. Morgens beginne ich meinen Tag, nach einer Tasse Kaffee mit 30 min gehen. Ich mag es nicht spazieren gehen nennen, aber wirklich Sport ist es auch nicht. Es ist viel mehr eine Mischung aus Meditation, Sport und Achtsamkeitsübung. Ich lese wieder, was ich sehr lange nicht mehr getan habe. Die Zeit, die ich heute morgen in der Badewanne verbrachte, diente auch mehr der Entspannung als der Körperhygiene, was aber nicht heißen soll, dass ich mich nicht gewaschen hätte. Ich habe wieder angefangen regelmäßig zu chanten. Über das Chanten, eine Mantra-Meditation schreibe ich ein andern mal. Mit Autogenem Training hab ich auch wieder angefangen. Und dann ist da die suche nach dem sicherem Ort. Ich trainiere mich in Gedanken rasch dort hinzubegeben, denn so weit ich weiß, ist das eine der Voraussetzungen um erfolgreich eine EMDR Therapie zu machen. Das ganze hört sich vielleicht viel an, es ist aber unglaublich viel Ich!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Donnerstag 29.10.15

Ich hab die Nacht derart schlecht geschlafen, wie schon seit langem nicht mehr. Erst hab ich total skurrilen scheiß geträumt der mich wach machte und nicht wieder einschlafen ließ, und als ich endlich wieder die Augen zu bekam, schloss sich direkt ein Albtraum an. Wach wurde ich dann wie immer, als morgens um viertel vor sechs in der benachbarten Tagesklinik die Rollladen hoch gedonnert wurden. Insgesamt etwa drei ein halb Stunden Schlaf.

Den Tag verbrachte ich dann mit notwendigen Fleiß arbeiten. Bevor ich den nächsten Schritt in der Aufarbeitung, was die Täter Unterstützer betrifft, kommen kann, muss eben die Notwendige Grundlage geschaffen werden. Das bedeutete in diesem Fall etwa 100 Seiten Schriftverkehr durchsehen. Ich bin etwa zur Hälfte durch damit, hab also noch einiges vor mir!

So weit für heute, vielleicht morgen endlich mal wieder etwas Inhaltliches…

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