06 – Zwischenspiel Zuhause

Ruhe und Sicherheit, wie kann man sie finden wenn man stetig Angriffen ausgesetzt ist? Aber wer greift einen an, wenn man sich grade auf den Weg der Heilung gemacht hat, wenn man in der Psychiatrie sitzt und versucht mit seinem Trauma irgendwie umzugehen? Wer könnte so bösartig sein?

Lieber Leser,

in diesem Beitrag sind einzelne Wörter durch das ersetzen der Buchstaben durch X unkenntlich gemacht. Die Verbreitung dieser Aussagen wurde uns mit Beschluss vom Amtsgericht Siegburg Aktenzeichen: 107 C 68/16 untersagt.

Hier geht es zum Beschluss des Amtsgerichtes

http://das-schweigen-brechen.org/onewebmedia/Gerichtsbeschluss%20Unterlassung%20Kolja.pdf

 

web-1557795

 

Samstag 19.09.15

Wieder zu Hause

Seit Mittwoch Nachmittag bin ich also wieder zu Hause. Ich habe mein Resümee gestern abgeschlossen und überlege nun, ob es Sinn macht weiter zu schreiben? Schreiben kann ich nur, wenn ich für einen Leser schreibe, nur für mich konnte ich noch nie schreiben. Die Frage ist also, habe ich noch was zu berichten? Könnte das, was ich zu berichten habe jemanden interessieren?

Ich denke die Frage wie man das, was man in der Klinik gelernt und erreicht hat, mit in den Alltag nimmt, ist eigentlich die entscheidende. Sinn machen meine Beiträge aber nur, wenn ich wirklich täglich schreibe. Und schon kommt in mir die Sorge auf, ob ich wirklich jeden Tag etwas zu schreiben finde? Ich hab mich also entschieden, weiter täglich einen Beitrag zu schreiben, und wenn ich nichts zu schreiben finde, entweder einen Link raus zu suchen oder Übungen aus dem Buch „Neue Wege aus dem Trauma“ zusammen zu fassen.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Sonntag 20.09.15

Die Ruhe mit nach Hause zu nehmen ist das, was mir am schwersten fällt. Ich glaube aber, dass Ruhe das wichtigste ist. Mit Ruhe meine ich nicht Nichts tun, sondern viel mehr eine innere Ruhe. Wie findet man aber innere Ruhe? Ein Patentrezept gibt es da sicher nicht! Aber es gibt Hilfsmittel, die es einem erleichtern Ruhe zu finden. Ruhe bedeutet auch immer Sicherheit, Sicherheit kann man sich aber zumindest zum Teil selber schaffen.

Das erste, was ich mir an Sicherheit geschaffen habe, ist ein fester Tagesablauf. Was ich aus der Klinik übernommen habe, sind großzügig bemessene Zeiten in denen ich mir keinen Programmpunkt gegeben habe.

6:30 Aufstehen – 7:00 Frühstück – 9:00 Wäsche

10:00 Schreiben / Büro – 12:00 Wäsche

13:00 Mittag – 15:00 Haus /Garten – 18:00 Wäsche

18:30 Abendessen

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Montag 21.09.15

Ruhe und Sicherheit, wie kann man sie finden wenn man stetig Angriffen ausgesetzt ist? Aber wer greift einen an, wenn man sich grade auf den Weg der Heilung gemacht hat, wenn man in der Psychiatrie sitzt und versucht mit seinem Trauma irgendwie umzugehen? Wer könnte so bösartig sein?

Die Ursprungsfamilie natürlich! In wie No Name darin involviert ist, vermag ich nicht zu sagen, wer aber grade auf mich los geht ist mein Bruder und Frau Schaitan-Hafemann, die Frau, die xxxx xxxxx xxxxxxx xxxxxx xxxxxxx Xxxxxx, Xxxxxxx Xxxx xx xxx Xxxxxxxxxxxxx xx xxxxxxxx. Xxx Xxxx, xxx xxxx xxx xxx xxxx Xxxxx xxx xxx xx xxxxxx Xxxxxxxxxxxxx xxxxxxxx. Xxx Xxxx, xxx xxxxx xxxxx xxx xxxxx xxxxxxxxx Xxxx xxx Xxxxxxxx xxxxx xx xxxxxxxx mich und meine Bruder Andreas zum schweigen zu bringen.

Aber wie geht man mit so einer Scheiße um? Wie findet man Ruhe und Sicherheit? Ich habe mich entschieden, Mails uns SMS nur noch so weit zu überfliegen, wie es unbedingt notwendig ist, und mit folgender Standard Antwort zu reagieren:

Lieber …

Ich möchte Dich bitten mich mit deinen Emails zumindest solange zu verschonen, bis du deinen Hass überwunden hast. Des weiteren wünsche ich keinerlei Kontakt zu Personen, die die Betroffenen sexualisierter Gewalt beschädigen. Und erst recht, verbitte ich es mir, mich mit Frau Schaitan-Hafeman zu belästigen.

Mit freundlichen Grüßen

Kolja Wlazik

http://www.das-schweigen-brechen.org/?p=367

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Dienstag 22.09.15

Leider muss ich mich hier noch ein paar Tage mit meiner Ursprungsfamilie beschäftigen:

Sicherheit – statt dass ich mich mit meiner Heilung zu beschäftigen und mich in der Ruhe zu stabilisieren, muss ich mich gegen Angriffe zur Wehr setzen. Und statt euch von meinen Atemübungen zu berichten, die ich täglich mehrfach mache, beschäftige ich mich mit der Frage, wie man sich wehrt, wenn eigentlich die Zeit der Heilung gekommen ist.

Nun, mein Weg der Heilung war vom ersten Tag ein offener. Am 24.03.15, als ich in meinen ersten heftigen Flashback abrutschte und auf diese grausame Weise von meiner Vergewaltigung im Alter von grade mal acht Jahren erfuhr, entschied ich mich für einen offenen, kämpferischen Weg der Heilung. Das ist mein Weg, offen, kämpferisch und aggressiv! Dieser Weg ist für mich der richtige, einen anderen gibt es nicht für mich. Als ich mit meinem Bruder Andreas Ratz die Internet-Seite das-schweigen-brechen gründete gaben wir uns auch unumstößliche Grundsätze. Betroffenen schädigendes Verhalten wird unter keinen Umständen geduldet!

Es ist aber so, dass Frau Schaitan-Hafeman xxxxxx xxx xxx xxx XXXXXXXX, und einer ihrer Söhne, xxxxxx xxx xxx xxx XXXXXXXXX, sich fortgesetzt und ununterbrochen Betroffenen schädigend verhalten. Und wer uns zum schweigen bringen will, der wird erleben, dass wir nur noch lauter werden…

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Mittwoch 23.09.15

Mehrmals täglich mache ich folgende Atemübung, die ich dem Buch „Neue Wege aus dem Trauma“ von Gottfried Fischer Prof. für Psychologie und einer der Begründer der Psychotraumatologie in Deutschland, entnommen habe.

Vorsicht! Nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bei Asthmaerkrankungen, Herzrhytmusstörungen, Selbstmordgedanken oder psychiatrischen Erkrankungen!

Diese Übung hat durchaus etwas meditatives, dass kann ja aber nicht schaden oder? Man Atmet durch die Nase tief ein und ohne den Atem anzuhalten durch den Mund langsam wieder aus. Das Verhältnis von Ein zu Ausatmen sollte etwa bei 2 zu 8 liegen. Man sollte aber darauf achten, das man seinen eigenen Rhythmus findet und nicht versucht irgendwelche Höchstleistungen zu vollbringen.

Bei Erregung reagiert der menschliche Körper mit einer flachen, hechelnden Atmung. In dem man dieses angeborene Verhaltensmuster bewusst durchbricht, lässt sich auch der Herzschlag und die Pulsfrequenz absenken. Der CO² Gehalt und der Kalziumspiegel, regulieren sich wieder. Wenn man diese Atemübung täglich etwa 10 Minuten macht, beherrscht man sie bald so das man sich bei Angst, Panik oder innerer Unruhe nutzen kann.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Donnerstag 24.09.15

Seit einigen Tagen plage ich mich wieder mit immer stärker werdenden Schlafproblemen herum. Letzte Nacht bin ich fünf mal aufgewacht und um 6:15 Uhr war dann die Nacht vorbei. Heute Nachmittag habe ich mich dann noch mal für drei Stunden hingelegt, die ich aber mit Albträumen eher schlecht als recht geschlafen habe. Ich vermute da mehrere Auslöser: Ohne Nachricht warten auf die Reha, die Aktivitäten meiner Ursprungsfamilie und der Umstand, dass ich mich dem nächsten großen Schritt näher!

Meine Therapeutin aus der Akutklinik würde wohl sagen, dass ich es lassen solle, und mich nicht nur mit so schweren Themen beschäftigen sollte – aber ich habe mir dass doch nicht ausgesucht. Ein Tag ganz ohne zu schreiben kann ich mir nicht vorstellen und wann welcher Schritt notwendig ist, darauf habe ich nur sehr wenig Einfluss! Er kommt ganz von allein, der nächste, der notwendige Schritt. Es macht für mich keinen Sinn diesem Schritt auszuweichen. Wohin sollte ich mich denn auch wenden? Wohin ich mich auch drehe, immer ist da der nächste Schritt und ihn zu überspringen ist nicht möglich. Immer wenn ich das in der Vergangenheit versucht habe, bin ganz gehörig auf die Fresse gefallen!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Freitag 25.09.15

Meine Schlafprobleme werden massiver! Heute Nacht habe ich grade mal 3,5 Stunden geschlafen und darum werde ich ab jetzt Baldrian nehmen. Mit Baldrian habe ich sehr viel Erfahrung. Keine Nebenwirkungen und kein Suchtpotential, und daher für mich erst einmal gut geeignet. Ich spreche aber von frei verkäuflichen Tabletten, es gibt Baldrian auch flüssig in Apotheken, die Wirkung ist zwar etwas besser, aber mit 60% Alkohol ist das für mich als trockenen Alkoholiker nicht ratsam. Und da Sucht ein häufiges Symptom bei Posttraumatischer Belastungsstörung ist, würde ich auch jedem anderen davon abraten.

Der Schlaf erfüllt ja verschiedene Funktionen, zum einem dient er der körperlichen Erholung, zum anderen hat er aber auch eine verarbeitende Funktion: Im Traum wird im Kopf aufgeräumt! Meine Akut-Therapeutin meinte zu diesem Thema, wenn sich die Träume nicht, wie in einer Endlosschleife wiederholen, sei das auch grundsätzlich richtig. Und da ich nach wie vor krankgeschrieben bin, kann ich bis zu einem gewissen Grad mit den körperlichen Folgen leben. Da sich jedoch inzwischen eine körperliche Erschöpfung bei mir einstellt, nehme ich eben doch Baldrian zur Nacht. Denn In der Erschöpfung wird der Körper zunehmend für Viren und Bakterien angreifbar und im Augenblick hab ich nicht die Kraft noch eine Grippe oder Schlimmeres ab zu wehren.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Samstag 26.09.15

Mir geht es heute wieder Scheiße! Bin Strohwitwer und depressiv, wenn das nicht schlechtes timing ist, dann weiß ich nicht. Eigentlich sollte ich jetzt bei Bier und Schweinebraten in der Nackt-bar sitzen, rülpsen und furzen und statt dessen häng ich hier im Schlafzimmer rum und schau Dieter Bohlen. Es steht also schlecht um mich! Aber heute Abend gibt es einen kleinen Lichtblick, TK Pizza und Cola! Ich weiß, die Damen werden sagen, depri ohne Schokolade, das geht gar nicht, aber ich bin ein Kerl…

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Sonntag 27.09.15

Ich möchte noch ein wenig bei dem Thema Schlaf bleiben, da Schlafprobleme z.T. verbunden mit Albträumen, ein Dauerproblem ist. In den letzten drei Monaten habe ich grade mal zwei Nächte durchgeschlafen. Vielleicht kennt der Ein oder Andere ja jenen Trance ähnlichen Zustand in den man dabei geraten kann? Dieser Zustand kann durchaus etwas reizvolles haben und manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die Struktur meines Denkens dabei verändert, was es mir erleichtert Probleme mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Nur nimmt dabei meine Leistungsfähigkeit derart ab, dass es langsam zum Problem wird, obwohl ich krankgeschrieben bin!

Wenn ich neben meinem täglichen kurzen Beitrag nur noch für mein eigenes körperliches Wohl zu sorgen hätte, wäre das auch kein Problem. Aber irgendwann will ich auch wieder arbeitsfähig sein, sprich mit Arbeit meine Familie ernähren und das bedeutet, das ich etwas für meine Heilung tun muss. Ich muss also den harten Weg gehen und mich dem was mich traumatisiert hat stellen. Mein nächster Schritt zeichnet sich immer klarer ab!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Montag 28.09.15

Ich fange mich langsam wieder, ich schlafe wieder einiger maßen, was heißt, dass ich sechs Stunden mit nur einer Unterbrechung geschlafen habe. Heute, wie bereits Gestern habe ich einige Aktivisten aus dem Hambacher Forst zu Gast, was mich ein bisschen aus meinem Loch raus holte. Die Aktivisten, von mir liebevoll Satyagrahis genannt, wehren sich gegen die Abholzung des Hambacher Forstes der dem Braunkohletagebau von RWE zum Opfer fällt. Bei den Satyagrahis aus dem Hambacher Forst handelt es sich um eine ganz besondere Sorte Mensch: Jeder kann einfach so sein wie er ist!

Das ist eine Qualität, die man nur selten antrifft. Und grade das so sein können wie man ist, hat mich in der Vergangenheit schon mehrfach in eine tiefe, offene Traurigkeit fallen lassen, die aber auf ihre ganz besondere Weise gesund war. Eben so oft, war es aber auch so wie diese Tage, da ihre Gesellschaft mich so weit aufgebaut hat, das ich wieder Luft bekomme

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Dienstag 29.09.15

Diese Absolute Ruhe tut mir grade unglaublich gut. Ich bin pünktlich um 6:30 Uhr aufgestanden, da ich den Klempner erwartete. Die morgendlich Maschine Wäsche habe ich ausfallen lassen. Statt dessen hab ich mir Miles Davis angemacht und direkt zu schreiben angefangen.

Ich denke, dass ein geregelter Tagesablauf extrem wichtig ist, wenn man an PTBS leidet und zu Depressionen neigt. Darum stehe ich morgens auf und fange direkt nach dem Frühstück an zu schreiben. Das ist mein Weg der Heilung, den ganzen Vormittag in Ruhe bei guter Jazz-Musik zu schreiben. Im Augenblick arbeite ich an einer Zusammenfassung der Beiträge zum taz-Urteil. Das ganze dient mir als psychischer Einstieg um mich ausführlich mit der Rolle der Frau die mir ihre Gene zugemutet hat, zu befassen.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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