04 – Die letzten Tage auf der Akutstation

Lieber Leser,

in diesem Beitrag sind einzelne Wörter durch das ersetzen der Buchstaben durch X unkenntlich gemacht. Die Verbreitung dieser Aussagen wurde uns mit Beschluss vom Amtsgericht Siegburg Aktenzeichen: 107 C 68/16 untersagt.

Hier geht es zum Beschluss des Amtsgerichtes

http://das-schweigen-brechen.org/onewebmedia/Gerichtsbeschluss%20Unterlassung%20Kolja.pdf

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Sonntag 06.09.15

Ich sitze im Zug, auf dem Weg nach Krefeld. Das Wochenende zu Hause hat unglaublich gut getan, wenn es mir auch viel zu kurz erschien. Zwei Dinge sind mir an diesem Wochenende bewusst geworden:
1. Ich bin einen guten Schritt voran gekommen aber ich habe noch einen weiten Weg vor mir doch ich zweifel nicht einen Augenblick daran, dass dieser Weg für mich gangbar ist.

2. Ich beginne mich zu verändern und das ist auch gut so. Wenn ich nur den Teil meiner Persönlichkeit der durch die Vergewaltigung und die ständige Retraumatisierung meiner Mutter gebildet wurde, korrigieren könnte, dann wäre ich schon mehr als nur glücklich!

Wenn es mir auch ein bisschen schwer fällt, meine Lieben zurück zu lassen, so merke ich doch, das ich genau da bin wo ich jetzt sein muss wenn ich auch nur einen Schritt weiter kommen will. Und ich werde noch viele Schritte weiter kommen, denn ich habe beschlossen mich weder von dem Trauma einer Vergewaltigung noch von der Erkenntnis , dass die Frau die mir ihre Gene zugemutet hat, xxxxxx xxx xxxxx Xxxx xxx Xxxxx xxxxx Xxxxxx xx xxxxxx, xxxx xx xxx xxxxx Xxxxxxx xxxxx, kontrollieren zu lassen.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Montag 07.09.15

Heute war meine Frau mit bei der Einzelpsychotherapie. Im großen und ganzen sind meine Frau und ich uns eigentlich einig. Aber, es ist hilfreich, wenn die Therapeutin auch die Sicht eines nahen Angehörigen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen hört. Das bestätigt der Therapeutin dann, das ich zwar einen an der Klatsche habe, aber doch keinen an der Klatsche habe. Darüber hinaus ist es extrem wichtig, dass Unsicherheiten sowohl im Umgang mit mir, wie auch im Umgang mit den Kindern, vor allem aber mit der Ursprungsfamilie thematisiert und besprochen werden können. Ich habe eine super tolle Frau!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Dienstag 08.09.15

„Mach Dich mit dem Gedanken vertraut, dass Du professionelle Hilfe brauchst!“ Das sagte mein Bruder, selbst Betroffener immer zu mir.

Als Gestern meine Frau mit bei der Einzelpsychotherapie war, kamen wir auch ganz kurz auf ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Darum will ich mich hier noch mal ein wenig ausführlicher diesem Thema widmen: Der Betroffenen kontrollierte Ansatz, der freie Wille oder die Entscheidung liegt beim Betroffenen!

Im Rahmen einer Posttraumatischen Belastungsstörung gibt es durch aus Fälle bzw. Verläufe, bei denen man sagen muss, dass die Entscheidungsfähigkeit außer Kraft gesetzt ist. Für die Leiden dieser Menschen hat man auch ganz viele schöne Namen erfunden. Es liegt mir fern, mich über die Leiden anderer lustig zu machen und sollte mein sarkastischer Unterton all zu stark durchkommen, so bitte ich um Entschuldigung. Nur muss man aufpassen, das man sich nicht hinter Bezeichnungen Versteckt. Und hier spreche ich sowohl Patienten wie Ärzte und Therapeuten an. Die Frage darf nicht heißen, wie heißt dein Leiden, sondern wie kann ich Helfen, was brauchst Du, wie kann ich dich unterstützen?

Ziel jeder Selbsthilfe Arbeit wie auch jeder Therapie, sollte es sein, so schnell wie nur irgend möglich, die Kontrolle wie auch die Entscheidungen in die Hände der Betroffenen zu legen. Haben wir nicht das Recht, unseren eigenen Heilungsprozess zu kontrollieren? Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich plädiere hier eindeutig dafür, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nur, die Entscheidung, wann der Zeitpunkt dafür gekommen ist, sollte eigentlich auch beim Betroffenen liegen. Wenn man mal von den Fällen absieht, wo der Betroffene gar nicht mehr in der Lage ist, eigenverantwortlich zu handeln. In allen anderen Fällen aber sollte die erste Priorität sein, den Betroffenen so zu stabilisieren und zu stärken, dass er Eigenverantwortlich handeln kann.

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Mittwoch 9.09.15

Gestern habe ich einen großen Schritt auf meinem Weg gemacht. Seit längerem arbeite ich an einem offenem Brief an die Schulleiterin, die über Jahrzehnte den Vergewaltiger Erich Buß gedeckt hat. Gestern habe ich ihn dann endlich in der Rohfassung abgeschlossen. Ich schildere darin sehr detailliert wie der Tathergang war, und welchen Anteil das Umfeld, die Tatunterstützer hatten. Und Frau Hager, die Schulleiterin hat eindeutig den Täter Unterstützt, in dem sie ihn gedeckt hat. Sie hat durch ihr nicht Handeln schwerste Schuld auf sich geladen, denn sie hat es gewusst, und den Täter gedeckt. Es wäre ihre Pflicht gewesen zu handeln und den Täter vor Gericht zu bringen – ihre Schüler zu schützen. Nun, ich habe es aufgeschrieben und es geht mir besser, ich bin einen Schritt voran gekommen!

Hier geht es zum offenen Brief an die Schulleiterin:

http://www.das-schweigen-brechen.org/?p=166

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Donnerstag 10.09.15

Heute könnte ich entweder unglaublich viel schreiben, oder nur ein paar Worte. Aber soviel will ich doch erzählen: nächste Woche Mittwoch werde ich entlassen! Und, das fühlt sich richtig an. Da ich aber spät dran bin, und mir noch viel im Kopf herum geht, was noch nicht wirklich formuliert werden kann, habe ich heute nicht viel für euch. Na ja eigentlich habe ich heute mehr für euch, als alle anderen Tage. Das Buch wurde mir hier wärmstens empfohlen, und ich kann es nur wärmstens weiter empfehlen. Es erklärt auf verständliche Weise was Trauma eigentlich ist, welche Symptome es gibt und vor allem enthält es zahlreiche Übungen zur Stabilisierung.

Neue Wege aus dem Trauma

http://www.patmos.de/tcpdf/tmp_infoblatt/978-3-8436-0050-7.pdf

© Chr. Kolja(r) Wlazik

Freitag 11.09.2015

Heute nur ein Satz: Die taz hat den Prozess gewonnen!

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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