3. Kapitel – Die Klage

Die letzte Instanz

Geschichten aus dem Leben eines vergewaltigten Jungen

Als Kläger:

Ich werfe H.H. der Frau die mir ihre Gene zugemutet hat vor, ihre eigenen Interessen vor die Grundbedürfnisse ihrer Kinder gestellt zu haben. Ich werden den Nachweis führen, dass H.H. bereits der frühkindlichen Entwicklung zumindest eines ihrer Kinder schwersten Schaden zugefügt hat. Dies tat sie, nicht nur um die angestrebte Karriere als Puppenspielerin zu verwirklichen, sondern auch um ihren emotionalen und sexuellen Bedürfnisse zu stillen.

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Als Richter:

Entschuldigen sie, wenn ich noch mal kurz unterbreche, bevor sie zu den einzelnen Klagepunkten kommen, sehe ich mich gezwungen eines vorab klar zu stellen: Der Kläger klagt an, doch die Aussagen des Klägers können niemals als Behauptung definiert werden. Eine Behauptung ist laut Duden eine Äußerung, in der etwas als Tatsache hingestellt wird [was möglicherweise jedoch keine ist] – Der Kläger leitet das Ermittlungsverfahren, sammelt die Fakten, legt diese dem Gericht vor. Auch kann während den Verhandlung Zeugen befragen. Behauptungen stellt der Kläger aber nicht auf!

Der Zeuge stellt ebenfalls keine Behauptungen auf. Zeugen geben lediglich ihre Wahrnehmung wieder und tragen so nicht unerheblich zur Wahrheitsfindung bei. Behauptungen stellt hier nur der Richter auf!

Leider bin ich gezwungen dies an dieser Stelle noch einmal klar zu stellen, denn es gibt ein Urteil vom Amtsgericht Siegburg vom 10.06.16 mit dem Aktenzeichen 107 C 66/16, in dem die einstweilige Verfügung vom 04.05.16 aufrecht erhalten wird. Dort heißt es:

…Dem Antragsgegner (Chr. Kolja(r) Wlazik) wird untersagt,über die Antragsstellerin öffentlich wörtlich oder sinngemäß Behauptungen aufzustellen bzw. aufstellen zu lassen und/oder zu verbreiten bzw. verbreiten zu lassen, die geeignet sind, die Antragsstellerin zu beleidigen, verächtlich zu machen und/oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen…“

Ich weise also sowohl Kläger wie Zeugen darauf hin, das ich derartiges hier nicht dulden werde. Der Kläger kann klagen, das ist sein gutes Recht, der Zeuge kann bezeugen das ist sein gutes Recht, Der Verteidiger kann verteidigen, aber Richten, also Behauptungen aufstellen, das kann nur der Richter!

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Als Kläger

Auf das den Prozess vor dem Amtsgericht Siegburg komme ich später noch zu sprechen. Zunächst möchte ich mich jedoch den Klagepunkten widmen, die bis dato noch keine Beachtung gefunden haben:

  1. Ich werfe H.H. vor, ohne Not eines ihrer Kinder im Alter von gerade mal 3 Jahren in unsicheren Verhältnissen zurückgelassen zu haben.

  1. Ich werfe H.H. vor, ihre Aufsichtspflicht immer wieder vernachlässigt zu haben, sofern sie nicht Dritte damit beauftragen konnte.

  1. Ich werfe H.H. vor, ihre Kinder sowohl mit dem Kleiderbügel als auch mit dem Gürtel geschlagen zu haben, auch wenn dies zeitlich nur eine kurze Episode und kein Dauerzustand war.

  1. Ich werfe H.H. vor, auf ihren ältesten Sohn mit einem Schrubber eingeprügelt, und ihm dabei einen Finger zertrümmert zu haben. Der Finger ist nie wieder vollkommen verheilt.

  1. Ich werfe H.H. vor, demütigende Strafen verhängt zu haben. Nach den Aussagen des Hauptbelastungszeugen war dies ebenfalls eher eine Episode, kann aber nicht unbetrachtet bleiben, da es im Gesamtzusammenhang nicht unwesentlich ist.

  1. Ich werfe H.H. vor, ihren ältesten Sohn, Andreas Ratz in ein Heim, in mehreren hundert Kilometer Entfernung abgeschoben zu haben.

  1. Ich werfe H.H. vor, ihren Sohn Anton Rudolf aus dem Haus geworfen und der Obdachlosigkeit überlassen zu haben.

  1. Ich werfe H.H. vor, ihre beiden verbleibenden Kinder gezwungen zu haben das Kellerfenster zu schließen, so das ihr Obdachloser Sohn nicht mal im Keller schlafen konnte als es regnete.

  1. Ich werfe H.H. vor, dass sie Ihren Sohn Chr. Kolja(r) Wlazik ohne Not hungern ließ um ihn so aus dem Haus zu treiben.

  1. Ich werfe H.H. vor, bereits frühzeitig davon gewusst zu haben, das Erich Buß Kinder vergewaltigt. So sagte sie selbst vor der externen Kommission aus: „Die Nachbarin, eine Gärtnersfrau, sei gekommen und hätte sie gefragt, wo denn die Kinder seien. Sie hätte der Frau geantwortet, der eine Sohn sei beim Erich Buß. Daraufhin habe die Frau T. geantwortet: Man sagt doch, dass der Erich Buß Jungs sexuell missbraucht.“

    Ob dieses Gespräch vor oder nach der ersten Vergewaltigung von Chr. Kolja(r) Wlazik stattgefunden hat, ist für den Gesamtzusammenhang eher unwesentlich und muss nicht zwingend untersucht werden. Zumindest für die Aufarbeitung ist es nicht wesentlich – für die Opfer hat dieser Punkt jedoch, auch heute noch eine peinigende Bedeutung!

  1. Ich werfe H.H. vor, sowohl ihren ältesten Sohn Andreas Ratz (geb. Wlazik) als auch ihren dritten Sohn Chr. Kolja(r) Wlazik zu Erich Buß geschickt zu haben, obwohl sie hätte wissen müssen, welche Verbrechen Erich Buß beging. So sagte sie selbst vor der externen Kommission aus: „…klare Hinweise auf sexuelle Übergriffe auf ihre Söhne nicht richtig wahrgenommen und eingeschätzt zu haben. Sie räumt ein, dass sie die Hinweise ihrer Kinder hätte wahrnehmen können und zu ihrem Schutz hätte eingreifen können.“

  1. Ich werfeH.H. vor, 1987 als Andreas Ratz den Massenvergewaltiger Erich Buß anzeigen wollte, ihren Sohn an den Verbrecher verraten zu haben und so nicht nur das Leben ihres Sohnes, sondern auch das Leben von Frau und Kind riskiert zu haben. Der Vergewaltiger Erich Buß schrieb in einem Brief, der dem Amtsgericht Siegburg in voller Länge vorliegt, am 29.03.87:

    …Irgendjemand hat bei der Mutter anonym gedroht und ein Ultimatum gestellt. Das stachelte ihn nur an. Die Mutter rief aufgeregt bei mir an, A. wolle heute zur Polizei gehen und mich anzeigen. Eskalation! Alle haben Angst vor ihm…“

    H.H. sagte vor der externen Kommission folgendes aus: Als ich erfuhr, dass der sexuelle Missbrauch an meinem Sohn öffentlich werden würde, habe ich mit Panik reagiert. Das muss etwas mit meinem eigenen Trauma zu tun haben. Da liegt auch meine größte Schuld; denn sicher wären andere Kinder verschont geblieben, wenn ich geredet hätte oder Erich Buß nicht gewarnt hätte.“

  1. Ich werfe H.H. vor, ihre Kinder gegenseitig mit Informationen über den jeweils anderen versorgt zu haben, die dazu geeignet waren Zwietracht zu sähen.

  1. Ich werfe H.H. vor, dass sie sich als Wanderheilige hat feiern lassen, während eines ihrer Kinder mit Flashbacks im LKW über die Autobahn gondelte. http://www.nordkurier.de/ueckermuende/uroma-im-wanderfieber-2713901703.html

  1. Ich werfe H.H. vor, auch in den dunkelsten Stunden Ihren Kinder niemals bedingungslose Hilfe geleistet zu haben, sondern immer und überall eine Gegenleistung erwartet zu haben.

 

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Als Pflichtverteidiger

Wenn ich mal kurz unterbrechen darf? Ich frage mich bei einigen Punkten, mit welchem Recht der Kläger hier klagt? Ist es nicht so, das selbst wenn man davon ausgeht, das alle Klagepunkte sich so tatsächlich so zugetragen haben, Chr. Kolja(r) Wlazik in fünf Fällen gar nicht der Geschädigte ist, und also auch kein Recht zur Klage hat. Ich beantrage also die Klagepunkte 4, 6, 7, 8, 12, abzuweisen!

Als Richter

Ein durchaus berechtigter Einwand! Hat der Kläger etwas dazu zu sagen? Inwiefern ist Chr. Kolja(r) Wlazik durch die Punkte 4, 6, 7, 8, 12, geschädigt worden?

Als Kläger

Ein wesentlicher Zweck dieses literarischen Mittels ist die Klärung der Frage wie das Umfeld aussieht das es ermöglicht dass gleich drei Kinder aus einer Familie zu Opfern von Erich Buß werden konnten. Aus diesem Grund muss die Klage möglichst vollständig sein. Ich habe mich bereits auf Beispielhafte Klagepunkte beschränkt. So ist der Anklage bekannt, dass es weitere Fälle von sexueller Gewalt gegeben hat. Diese beklagen wir jedoch nicht, da wir zum einen keine Hetzjagd veranstalten möchten, und zum anderen der betroffenenkontrollierte Ansatz es uns verbietet.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, so ist Chr. Kolja(r) Wlazik sehr wohl durch die beanstandeten Klagepunkte geschädigt worden. Betrachtet man die Klage nicht im Detail sondern sieht man sich das Gesamtbild an, so wird sehr schnell klar, dass er eine schwere komplexe Traumatisierung erleiden musste. Bei der Trennung seiner Eltern erlebte er, grade mal drei Jahre alt, wie von einer Sekunde auf die andere sein komplettes Familiengefüge zusammenbrach. Seine Mutter und seinen drei Geschwister waren plötzlich weg und er wurde zurückgelassen. Nach einigem hin und her wurde er etwa ein Jahr später nachgeholt. Er kam aber keineswegs in ein sicheres Umfeld, ganz im Gegenteil. Seine massiven Schlafprobleme beispielsweise wurden mit Baldrian und nicht mit Zuwendung beantwortet.

Schlimmer noch als die Prügel mit dem Gürtel die er erdulden musste, waren für ihn die Schreie seines Bruders, der am Vortag mit dem Kleiderbügel verdroschen wurde. Als ihr ältester Sohn, über Jahre regelmäßig vergewaltigt, massive Probleme mit beginn der Pubertät machte, da wurde er Abgeschoben – so wie er damals zurückgelassen wurde, wiederholte sich auch hier für ihn das Bedrohungspotential, dass er ebenfalls abgeschoben / zurückgelassen würde, wenn er nicht nach dem Willen von H.H. funktionieren würde. Das ihre Söhne von Erich Buß vergewaltigt wurden und H.H. davon spätestens 1977 Kenntnis hatte, steht außer Frage. Sie hat dies selbst in dem Prozess vor dem Amtsgericht Siegburg so ausgesagt. Im Protokoll steht dazu auf Seite Eins:

…Ich denke, dass ich so im September von dem ganzen Erfahren habe. Auf Grund der Einträge des Täters schließe ich darauf, dass ich davon gewusst haben muss, das Andreas missbraucht worden ist…“

Andreas Ratz kam Anfang September 1977 von Hamburg zurück nach Darmstadt. In Hamburg war er aus dem Heim in das er gesteckt wurde, abgehauen. Der Zeitpunkt, als H.H.  Andreas Ratz den Finger zertrümmert hat lag deutlich nach der Rückkehr von Andreas Ratz aus Hamburg. Die Tatsache, das Chr. Kolja(r) Wlazik mit ansehen musste, wie H.H. auf ihren ältesten Sohn mit dem Schrubber einprügelte hat maßgeblich zu seiner komplexen Traumatisierung beigetragen.

Bei den Klagepunkten 7. und 8. verhält es sich ganz ähnlich. Hautnah miterleben zu müssen, das der mittlere Bruder, Anton Rudolf (Name geändert) Wort wörtlich auf die Straße gesetzt wurde, das der Keller und das Kellerfenster abgeschlossen wurden, weil Anton nicht mehr so funktionierte, wie die Frau die mir ihre Gene zugemutet hat, es sich vorstellte, musste Chr. Kolja(r) Wlaziks komplexe Traumatisierung weiter verstärken. Ich stelle also den Antrag, die Klagepunkte 4, 6, 7, 8 und 12 zuzulassen.

Als Richter

Die Argumentation des Klägers ist schlüssig und Nachvollziehbar. Und schon um der Aufklärung gerecht zu werden, muss ich die Klagepunkte 4, 6, 7, 8, 12, zulassen.

Hat der Kläger weitere Klagepunkte vorzubringen?

Als Kläger

Ja, der gesamte Komplex rund um das Verfahren vor dem Amtsgericht Siegburg wäre noch zu beleuchten um dem Anspruch der Aufklärung des Umfeldes gerecht zu werden. Ich würde diese Klagepunkte aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt vortragen da zum Verständnis eigentlich erst noch näher auf die Klagepunkte 1. bis 15 eingegangen werden muss.

Als Richter

wenn die Pflichtverteidigung keine Einwände hat treten wir dann in die Beweisaufnahme ein…

Fortsetzung folgt

© Chr. Kolja(r) Wlazik

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